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Geschichte einer konstitutionellen Monarchie : oder Geschichte Frankreichs unter Louis Philipp b.i. 1830-1848 : nach den besten Werken und authentischen Aktenstücken / dargestellt von Simon Kaiser
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auf diese Weise machen würde, würde wieder als Arbetterbudgetgebildet, so lange sich Vereinigungen bilden wollen. Später aber» wäre eine solche Masse Geldes vorhanden, daß das Kapital unent-

geltlich ausgeliehen werden könnte, man hätte nur auf die Rück-zahlung zu sehen, die bet dem so ausgedehnten, mittelst der ge-sicherten Arbeit persönlich gewordenen Kredite wie gesichert ist.

Diesen materiellen Einrichtungen des Staates setzt er die zurBefriedigung sog. geistigen Bedürfnisse, die Schulen, an die Seite,die nicht nur die Wissenschaften, welche wie die Physik, die Chemie,auf Hervorbringung des Reichthumes Bezug haben, lehren müssen,sondern besonders die Lehre der Brüderlichkeit und des Evangeliums,worauf ja die sozialen Einrichtungen gegründet sind, den jugend-lichen Gemüthern einzuprägen hätten. Ja, der Unterricht würdedermaßen nothwendig erklärt, daß er unentgeltlich und obligatorischsein müßte. Jede landwirthschaftliche Anstalt würde ihre Schulehaben, ebenso mehrere Arbcitervereinigungen zusammen, je nach derAnzahl der zu denselben gehörigen Kinder; denn gerade hier würde» der Grund, warum sie jetzt von den Vätern in die Fabriken statt

in die Schule geschickt werden, wegfallen.

Das Uebergewicht des Staates, das dieser bei seiner Machtund seinem unabhängigen Reichthum hätte, sucht L. Blanc dadurchaufzuheben, daß er denselben republikanisch, d. h. nach dem allge-meinen Stimm- und Wahlrecht, regieren will. Allein er vergißthiebet, daß gerade die republikanische Staatssorm dadurch Gefahrläuft, daß eine derartige, unabhängige Staatsmacht, die in denHänden der vollziehenden Gewalt liegt, nenne sie sich blos Ver-waltungsrath oder anders, besteht. Wenn wir daher dieß betrach-ten, worin wir die politische Freiheit gefährdet sehen, sein Ver-fahren mit der Presse, seine Ansichten von den Lehren des Evan-geliums, wodurch der beständig bestehenden Priesterschaft eine neueThüre geöffnet würde, ihre Herrschaft, die noch nicht überwunden ist, neu zu befestigen und zwar gerade auf den Staat gestützt, in

Erwägung ziehen, wodurch Preß- und Religionsfreiheit aufs Neue> gefährdet würden, so müssen wir auch hier, wie bei den übrigen