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Französische Verfassungsgeschichte von 1789-1852 : in ihrer historischen Aufeinanderfolge und systematischen Entwickelung / dargestellt von Simon Kaiser
Entstehung
Seite
XI
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Einleitung.

X!

werden kann und der zum Erstaunen wenige Bearbeiter gefunden Hat,während doch über die thatsächlichen Begebenheiten Lasten überschriebenworden sind, die geeignet waren, die Masse der Begebenheiten noch ver-wirrender zu machen.

Durch den Inhalt: die Verfassungen und die durch sie begründetenEinrichtungen im französischen Volke, mit der Tendenz: die Demokratieals die einzige, dem Vernunftrcchte entsprechende Staatssorm bei Ver-nünftigen darzustellen, mit der Anschauungsweise, den Gedankenals die Grundlage des Geschehens und die Menschen als Schaffer undTräger des Gedankens zugleich zu betrachten, war unsre Aufgabe und dasVerfahren bestimmt.

Unser Erstes war daher, eine kurze, aber getreue Darstellung des that-? sächlichen Zustandes Frankreichs vor der Revolution zu geben und diet Elemente zu entdecken, die zu dieser Veranlassung geben konnten: es warund ist dies die Darstellung des Seienden. Zwei Seiten sind es besonders,die die genaueste Berücksichtigung verdienen : Frankreichs Staatseinrichtungen. mit ihren Mängeln und Gebrechen als die Schattenseite die Theorien^ und Ansichten der großen Männer des denkenden Jahrhunderts: Montes-S quicu, Voltaire, Rousseau als die Lichtseite, welche mit der Fackel der Ver-^ nunft und der Leuchte der Wahrheit die abenteuerlichen Gestalten jener zus vertreiben sucht. Auf beiden Seiten treten uns rüstige Kämpfer cnt->> gegen, aus beiden Seiten suchten sie die wirksamsten Geschütze in die Schlacht-^ reihen auszuführen und das Drama der Revolution zu entwickeln. DenLauf desselben in seinen verschiedenen Acten zu verfolgen, die jeweiligenGegner einander gegenüberzusitzen und die oft veränderte Hecresstellung zuberücksichtigen, war der zweite Theil der Aufgabe. Es ist dies die Ge-schichte des Staatsbegriffes in der zeitlichen Aufeinanderfolge historischenDiremtion und zwar mußten in ihr alle neuen Elemente, die dem bis-herigen Laufe eine Aenderung zu geben geeignet sind und worunter die socia-listischen Ideen eine besondere Rolle spielen, allemal besonders hervorgehobenwerden. So erst waren wir zur vollendeten Entstehung des Begriffs desStaates und der Gesellschaft selbst gekommen, der sich nun im dritten syste-matischen Theile von selbst fortbewegt. Es ist die Schaar der Bürger, die inihrem Zusammenleben und indem sie ihrer Thätigkeit Folge geben, jenes regeLeben entfalten, wie es ihrer Vernunft im Einzelnen und dem Gedankenim Allgemeinen entspricht. Aber auch noch hier mußte sich jener Dualis-mus zeigen, den der Staat in sich trägt, indem er zuerst blos zum Schutzedes Bürgers da zu sein scheint, während er in der Folge im Namen aller