Band 
Erster Band. A und B.
Seite
98
JPEG-Download
 

ÜS Absorption der elastischen Flüssigkeiten

gen. Dieser Behauptung steht jedoch hinsichtlich des Stiek-gascs die von Voc.p't, entgegen, nach welcher KoJile, weleliemmi entweder glühend in das Wasser getaucht, oder zuerstnach Methode 3 ini Flintenlanfe geglüht, dann ahgekiihlt,dann durch Ocffnen des Ilahns unter Wasser mit "Wasserdurchnäfst und endlich auf einen Filtrum gesammelt liat,durchaus kein Stickgas verschluckt, dagegen allerdings Sauer-stolfgas, so dafs eine solche feuchte Kohle als eudiomefrisch es Mittel und zur Abscheidung eines reinen Stickgascsaus der Luft dienen kann.

Morozzo tränkte (wie es scheint, gewöhnliche) Holzkohlemit folgenden 4 Flüssigkeiten, wischte sie mit Fliefspapierab, und brachte sie kalt in den Apparat 5 ; hier verschlucktedie mit Schwefelsäure befeuchtete Kohle 9 Linien, die Sal-petersäure 4,5, die mit Kalilösung getränkte 3 und die mitKalkwasscr benetzte 1,5 Linien Luft, also hatten alle dieseFlüssigkeiten die absorbirende Kraft der Kohle bedeutendgeschwächt.

Die Schnelligkeit mit welcher die Absorption der Gasar-ten durch Kohlen erfolgt, hängt von denselben Umständenab, wie die Menge und aufserdem noch von der Oberfläche,dein Bewegen u. s. w. Die trockene Kohle ist, wenn keinbesonderer Umstand eintritt, nach SaussÜre in 2 4 bis 36Stunden völlig mit einem Gase gesättigt.

Bei dieser Absorption der Gase durch Kohle findet einemerkliche Wärmeentwickelung statt. Eine biiclicno Kohle8 Ccntim. hoch, 4 Ccntim. dick erhitzt, während sie ein Gasabsorbirt, ein in einer Höhlung derselben gestelltes Ther-mometer nach Saussürp. um mehrere Grade. Die stärksteErhitzung findet statt bei der Absorption des Ammoniakgases,eine schwächere, doch noch 14° C. betragend, beim koli-lensaurcn Gas, eine noch schwächere beim Saucrstolfgas, undbeim Wasserstolfgas endlich ist sie nicht mehr bcmerklich.

Die meisten Gase scheinen, nachdem sie von der Kohleverschluckt sind, keine weitere Veränderung zu erleiden,und man kann sie deshalb, wie sich unten zeigen wird, durchgeeignete Mittel wieder hiervon scheiden. Nur bei demSauerstolTgas kommt eine merkwürdige Ausnahme vor. SchonMonozzo fand, dafs dieses Gas fortwährend von der Kohle