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Claſf. II. Von Materialien. 19ſeye Aufgang/ Nidergang/ Mittag und Mitternacht/ welches man danndurch eine Sonnen⸗Uhr/ Compaß oder ſonſten andere Wege leichtlich undbald wiſſen kan. Wann man alsdann in den Wald fommt/ ſo wendet manſich gegen Nidergang; Dann gegen demſelbigen Theil iſt das Holtz am aller-argſten/ gemeiniglich krumm/ mißwaͤchſig/ voller Unrath/ bruͤchig/ und zurFaͤule geneiget/ und iſtin Summa zu gar keinem Zimmerwerck zu gebrauchen/wegen ſeiner Gebrechlichkeit/ und iſt zu erkennen bey ſeinem krummen Geaͤderoder Faden/ welcher nicht gerad/ ſondern hin⸗und wiedergehet/ derowegenzumBruch geneigt.
Es iſt zwar nicht ohn/ daß man gegen Nidergang gar nicht einen gutenBaum ſonderlich/ der etwan mit einem Bergoder Huͤgelbedeckt waͤre/ findenſolte; So iſt aber doch dieſe Seite ins gemein und generaliter die boͤſeſte desWaldes oder Forſts.„Und das noch mehriſt/ ſagen wir aus vielfaͤltiger ei-„ gener Erfahrung/ daß man an den Occidentiſchen Gegenden/ das iſt/ gegen„ Niedergang/ an Holtz/ Steinen/ Quell⸗uud Bronnen⸗ Waſſern/ oderauch„an der Erden/ Stein zu brennen/ niemals gar nichts oder gar wenig Gutes„gefunden hat/ ſo gegen dem Oriental- und Septentrionaliſchen zu rechnen;„Bevorab wang es unten an⸗oder gegen einem Berge oder Huͤgel ſtehet/ der„das Orientaliſche oder Septentrionaliſche Theil bedeckt.
„Nota Hiervon will ich(geliebts GOit hund wofern dieſe meine Arbeit„angeleget ſeyn moͤchte/ ſpuͤren werde/ auf eine andere Ziit/ in der Continua-„tion meines zweyten Thꝛeils des Compendui Architecturæ Civilis ein Meh-„ rers ſchreiben/ da man ſehenſolle/ daß die Gebaͤu/ ſo etliche gegen Nidergang„der Sonnen richten/ in vielfaͤltiger Gefahr ſind. Welches aus Unwiſſen-„ heit Legens und Durchbruchs geſchicht/ auch daß ſie nicht verſtehen/ noch„ wiſſen/ wo ein jeder Theil des Hauſes hin ſolle gerichtet werden/ ſeiner Eigen-„ ſchafft und Natur nach; Daßero dann ſchwere Kranckheiten/ oder andere„Beſchwernuͤſſen herflieſſen/ und wiſſen weder die ſo das Hauß gebauet/ noch„die Inwohner deſſen keine Urſach/ ſondern muß das Hauß bey etlichen un-„ gluͤckhafftig heiſſen.
Zu fernerer Erkaͤntniß des Holtzes muß man meꝛcken/ daß die Bzͤume ge-gen Mittag ſchon einer beſſern Art als g gen Niedergang ſeyen; Weiln ſieaber an heiſſen Ortenduͤrrer und trockener Matur ſeynd/ fallen ſie auch ſo ſchoͤnund gut nicht als gegen Aufgang und Mitternaͤchtlich./ an welchenOrten man die Beſies ſuchenmuß. Dann -
An kalten Mitternaͤchtlichen Orten, behaͤlt der Baum ſeine Nahrungbeſſer/ und iſt ihr natuͤrlich r Safft oder Feuchtigkeit/ darinnen ſie kochen undwachſen/ reichlicher und beſſer ausgethellet; Wie dann leichtlich daraus a zu-nehmen/ daß ſie dieſer“ mit glatten Adern und Rinden
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