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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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Claſſ.- XXVI. Von Gaͤrten. 325

Betreffend demnach die nuͤtzlichen Gaͤrten/ folget erſtlich in der Ordnung

die Beſchreibung deß Baum⸗Obſt⸗Gartens/ als hat man bey demſelbennachfolgende Anmerckungen in Acht zu nehmen:

I. Die dituation und Gelegenheit deß Orts.

II. Die Erde/ und deroſelden Zubereitung.

III. Die Außtheilung und Ordnung der Baͤume.

Iv. Die Pflantz⸗ und Unterhaltung derſelben.

V. Die Fruͤchte und Zeit der ven nehng

VI. Die Schaͤdlichkeit/ und wie ſelbiger vorzukommen.

VII. Die Umzaͤunung oder Einfaſſung.

VIII. Von nuͤtzlichen Baum⸗Kuͤnſten.

I. Die situationund den Ort betreffend/ wo man in Willens iſt/ einen be-ſtaͤndigen nutzlichen Baum⸗und Obſt⸗Garten anzulegen/ ſo muß man ſich nachder Sonnen Lauff richten/ auch den Garten ſolcher Geſtalt anordnen/ daß erauff der lincken Hand nicht weit von dem Meyerhof gegen Mittag/ dafern esdie Situation leiden will/ oder ſchon alſo beſchaffen/ etwas abhaͤngig ſeye/ damitdie Baum⸗Fruͤchte von der Sonnen ihre gebuͤhrende Waͤrme haben/ auch dasObſt zeitig/ ſchoͤn und wol⸗geſchmack werden moͤge/ alſo/ daß ein Baum hin-ter dem andern immer hoͤher zu ſtehen komme/ damit die vorherſtehende die hin-tere mit ihrem Schatten nicht zu ſehr bedecken koͤnnen: Dann im Gegentheil/ſo ein ſolcher Garten gegen Mitternacht angeleget/ die Fruͦchte nicht ſo zeitig/ſondern faſt gruͤn bleiben/ auch die Baͤume ungeſchlachte Rinden bekommen/und voller Mooß haͤngen.

Es iſt aber der Obſt⸗Garten bey dieſem Meyerhof nur zu einem Exempel:(wann man die Gelegenheit nicht anders haben koͤnte /) auff der einen Seitengegen Mittag/ und die Neben⸗Seite gegen Abend/ angeleget worden.

Will man denſelbigen aber gegen Morgen und Seit⸗waͤrts gegen Abendanrichten/ ſtehet ſolches dem verſtaͤndigen Meyer oder Hauß⸗Vatter zu/ undhat man ſich in allem/ wie geſagt/ nur darnach zu richten/ dag derſelbige rechtmit ſeinem Abhang und gantzen Lager ſich nach Mittag richte.

Damit aber die Obſt⸗ Baͤume vor dem Froſt und den kalten Nord⸗Win-den beſchuͤtzet bleiben moͤgen/ ſolle man derohalben auſſerhalb des Baum⸗Gar-tens gegen Mitternacht hohe Baͤume/ als da ſeynd/ Ruſten/ Ahorn/ Linden/ o-der Nuß⸗Baͤume ſetzen.

II. Die Erde/ den Grund oder Boden eines Baum⸗Gartens betreffendſo iſt derſelbigen zweyerley/ und ins gemein entweder

I. Schaͤdlich/ oder

Ss iij 1. Der