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seine Mutter, seine Kinder getödtet. Er war vorher dreiTage und drei Nachte, ohne zu essen und zu trinken, un-ter einer dunkeln Treppe versteckt gewesen, um seinVerbrechen auszufiihreu. Gewissensbisse hatten ihn zö-gern lassen, aber eine Stimme hatte ihm leise wieder zu-gerufen, er solle es thun
In der Art, wie die Schriftsteller, welche diese grau-sen Thaten berichten, von den Fällen erzählen, liegt deut-lich die Anerkennung, dass sie die Thäter nicht für gei-stesgesund halten, wenigstens nicht in dem Augenblicke,wo sie gegen die geliebtesten Personen den Todesstreichführen. Sie sprechen von der Verzweiflung der Mörder,von ihren Gewissensbissen, die ihren Geist verstört; ei-ner von ihnen hat eine Stimme gehört, die ihn zur 'J'hatermunterte. Nach Job. Fincelius (de mirabilibus lib. II.)bildete sich 1541 ein Bauer in der Gegend von Pavia ein,Wolf zu sein, fiel mehrere Menschen auf dem Felde an,und tödtetc einige. Als man ihn festgenommen hatte,versicherte er mit grosser Bestimmtheit, er sei ein Wolf.Der einzige Unterschied bestehe nur darin, dass bei denWölfen die Haare des Felles nach aussen ständen, bei ihmnach innen. Einige, wie der Berichterstatter sagt, inWirklichkeit grausame Wölfe wollten die Wahrheit die-ses Faktums erproben und brachten ihm auf den Armenund Beinen mehrere Schnitte bei, erkannten aber endlichdie Unschuld dieses armen Melancholischen. Man über-gab ihn den Wundärzten, unter deren Händen er wenigeTage später starb. — Es finden sich ausserdem in deuSchriften von Valeriola, Theodor Zwinger, Bras-savole, Dodonaeus, Donat Altomare, Schenk,H oulier eine Menge von Beobachtungen über Melan-cholie, wüthende, partielle Delirien, und wenn in denmeisten Fällen die Analyse der psychischen Erscheinun-gen auch noch viel zu wünschen übrig lässt, so dringtdoch schon die Erkenntniss immer mehr durch, dass die
1) Honsdorff cod. loco.