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zitternden Lippen drücken können. Erlöst aus diesem Pfuhle,den die stagnirende Wissenschaft unter dem Namen einerUniversität zur Hegnng ihrer Kaulquappen und Negenwürmersich ausgcgraben hat) erlöst aus diesem Sumpfe, Kammergenannt, aus dem die Staatswcishcit unserer Zeit die faulenGase hervvrlvckt, welche an der Oberfläche mit Gestankplatzen und das Land umher verpesten. Erlöst! Erlöst!Mir selbst wiedergegeben, meinem freien Willen und meinerunumschränkten Selbstherrschaft! Befreit von jenem kleben-den Leime, der jeden Flügelschlag meiner Seele lähmte undmich festhielt an den verdammten Mistelruthen, die jedeBewegung einschläfern und das lebendige Wachen in träu-merischen Halbschlaf einlullen. Erlöst! Und durch wen?
O braver Janp, wie dankbar hab' ich da-mals dein gedacht!
Ich sah die Berge wieder, die mir eine zweite Hei-math geworden sind. An ihrem Fuße, unter schattigenReblauben, an dem Gelände des stillen See's, harrten wir,des traurigen Endes bewußt, der Todesstunde der ungari-schen Republik entgegen. Konnte etwas unseren Schmerzlindern, unsere Hoffnung erheben, so war es diese ruhigeNatur, deren Schönheiten in stets neuen Reizen sich vorunseren Augen enthüllten. Wenn wir von mühselig er-klommenen Gipfeln unsere Blicke Herabschweifen ließen überdie dunkeln Tannenwälder, di^ grünen Matten, die blauenSee'n, bis weit hinaus in die Ferne, wo unter drückendenNebeln und dumpfen Wolken Deutschland des Sonnen-strahles harrt, der ihm neues Leben bringen soll; wennwir hinüber jauchzten in die Klüfte der Felsen und in die