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schaffen und sich erringen sollte. Die Folge war, daß der Ge-neral stets zum Präsidenten der Junta ernannt wurde, wodurchnatürlich die Stellung der beiden Gewalten zu einander sehrverändert ward.
Auch der Gras de Espana hatte die Junta von Catalonienmehr als seine Gehülfinn bei dem großen Werke, denn als hö-here Behörde betrachtet und Manches von ihren ursprünglichenAttributen ihr genommen. Dennoch war nicht selten heftigesWiderstreben sichtbar geworden und hatte einige Male — wiewohlder General, wenn etwas Wichtiges vorgeschlagen ward, persön-lich präsidirte, um durch seine mächtige Gegenwart den Wider-stand niederzuschlagen — verzögernd in den raschen Gang seinerOrganisations - und Operationspläne eingegriffen-
Da, als Carl V. schon nach Bourgcs abgereiset war, wohlerkennend, daß unter den nun unendlich Mehr schwierigen Um-ständen nur die höchste Energie und Einheit retten könne, er-klärte sich der Graf de Espana zum Stellvertreter des Königsin dem Fürstenthume und ward in dieser Eigenschaft von Sr.Majestät bestätigt, so daß er nun alle ursprünglichen Befug-nisse der Junta in sich vereinigte.
Die Junta blieb nicht gleichgültig bei so entscheidendemAngriffe auf das, was sie als ihr Recht ansah, und die persön-lichen Feinde des Generals wußten schlau diesen Schritt zu be-nutzen, um auch die übrigen Vocale gegen ihn einzunehmenund zu Gewaltmaßregeln sie geneigt zu machen. Es ward be-schlossen, aus eigener Machtvollkommenheit den General zu ent-setzen, der Herrschaft sich zu bemächtigen und fortan die Zügelnicht mehr aus den Händen zu geben. Deshalb ward derschwache Segarra, von dem man Nichts befürchtete, zum Nach-folger des Grafen designirt; er war bald in den Bund gegenseinen Oberfeldherrn, der stets ehrend ihn ausgezeichnet, hinein-gezogen, und auch der Intendant des Heeres Don Jaspar Diazde Labandero, ein tüchtiger Geschäftsmann, schloß den Verschwo-