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Verhälttniffe, ich schilderte unsere Lage und sagte ihm endlich,daß Mcorella erobert sei, daß Cabrera mit den Trümmern desHeeres den Ebro passirt habe. Der Arme war niedergeschmet-tert beii so furchtbarer Kunde und lange für Alles unempfindlich.
Dmnp zeigte ich ihm, daß, wenn es meine Pflicht sei, alsSoldat aus dem mir anvertrauten Posten auszuharren und jedeRücksichht aus den Augen zu setzen, so lange Widerstand möglichblieb, e:r als Privatmann und Familienvater eine andere Pflichthabe, Wie, für das Beste der Seinen nach Kräften zu sorgen;daß er also, da unsere Parthei für jetzt hoffnungslos ver-nichtet und seine fernere Aufopferung ihr ganz ohne Nutzenwar, wie dargebotene Gelegenheit, um seine Familie aus demStruderl zu retten, nicht dürfe entschlüpfen, lassen. Und wassollte ams den Frauen, aus seiner Tochter werden, wenn sie indie bellagerte Festung sich einschlössen! Was, wenn sie mit denSoldatlen in das wilde Banditenleben der Guerrilleros geschleu-dert wiurden!
Larnge, lange stand der alte Herr unbeweglich da, in schmerz-liches 'Nachdenken versunken; dann umarmte er mich, einenwahrem Freund mich nennend, wie er unter seinen Landsleutennicht ilhn gesunden habe. Am Tage vor meinen Abmärsche nachBetetar reisete er und seine Familie nach Cuenca zurück, Glückund Segen mir wünschend, als ich mit den Sappeurs, mit de-nen ickh bis eine Stunde vor dem nächsten feindlichen Fort ihngeleitett hatte, zurückzukehren genöthigt war. — Mit erleichtertemHerzem sah ich der Zukunft entgegen.
Alm 9. Juni spät Abends langte ich in Beteta — ProvinzGuadallajara — an, nachdem ich, nebst meinen Bedienten undeiner -Ordonnanz nur von zehn Pferden begleitet, w-esstia <^sffu-den miit weniger Unterbrechung n ^riwizt war. Da eine feindlicheColonme jede Verbindung auf der geraden Linie unterbrach,