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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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Claſſ. XXXVI. Vom Diſtillieren. 881

Pferd⸗Koth/ ſaltzet hernach das Waſſer/ und machet mit demſelbigen denvgi-men an. b 1

Nachdeme nun/ beſagter maſſen/ der Laimen verfertiget/ ſo machet manvon gebranten Ziegelſteinen einen Heerd oder Boden/ ſo groß als man das Oe-felein machen will/ ins Gevierde/ oder rund/ und ſolle dieſer Boden nur Steinsdick ſeyn. 8 b

Ferner/ auff dieſen Boden mauret man rings herumb eine Wand/ oderMaͤuerlein/ ohngefehr einen Werck⸗ſchuh hoch/ aͤſſet fornen ein gevierdes Lochoffen/ alſo/ daß man dadurch die Aſchen mit einer Krucken heraus ziehen koͤn-

Auff beſagtes Maͤuerlein legt man alsdann etliche eiſerne Schienen/ inder Dicke eines kleinen Fingers/ ſo gevierdt/ und oben einen Rucken haben ſollen/machet darmit einen Roͤſt/ den man/ im fall es noͤthig ſeyn moͤchte/ außhebenkoͤnne/ und ſolle das Maͤuerlein derowegen einen Abſatz haben/ damit der Roſtdarinnen ligen koͤnne.

Und ſollen die Rippendes Roſts nurſo weit von einander liegen/ als die-ſelbe dick ſeynd/ damit die Aſchen von dem verbranten Holtz dadurch abfallenmoͤge.

3 Den zweyten Abſatz des Ofens zu machen/ ſo wird derſelbige nur nach be-lieben ein Stein oder zween hoͤher als der untere gemacht/ und laͤſſet man ůͤberdem vorigen untern Aſchen⸗Loch anjetzo wieder ein gevierdes Loch/ durch wel-ches 2. die Kohlen oder das Brenholtz auff den Roſthinein werffen und an-

uͤndenkoͤnne.Imuͤbrigen mauret man das Lefelein/ ſo hoch man will/ undes noͤthigſeyn wird/ alſo/ daß man oben einen Keſſel darein ſetzen köͤnne/ man kan auchwey oder drey eiſerne Staͤnglein einmauren/ daß der Keſſel deſto beſſer daraufftzen oder ſtehen koͤnne.

Es ſollen auch vier Lufft⸗Loͤcher mit Stoͤpffeln/ oben in dem Oefelein/nach Anweiſung der Figur/ gemacht werden/ damit man das Feuer regierenkoͤnne/ ſelbige auff und zu zu machen/ j nachdeme es nothig ſeyn moͤchte.

Es waͤre auch gut/ daß man fuͤr das Aſchen⸗ undfuͤr das Kohlen⸗Loch je-des ein eiſern Thuͤrlein machen wolte.

So man demnach in Willens/ auß gehackten Kraͤutern und BlumenWaſſer zubrennen/ alsfuͤllet man den Keſſel mit Waſſer/ ſetzet hernachin ſolches den Bren⸗Kolben/ darein die gehackten Kraͤuter gethan wor-den/ mit ſeinem Helm/ und darunter geſetzte Vorlage oder Glaß/ und ſolle derBren⸗Kolben unten einen Stroh⸗ rantz/ mit einem daran hangendenBley⸗Klotz haben/ alſo/ daß der Kolben darauff veſtſtehen/ und nicht umbfal-lenkoͤnne/ auch der Stroh⸗Krantz/ wie die Figurab weiſct/ angehaͤnget ſeyn

Ttttt moͤge