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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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Claff. XxLI. Von der Hauß⸗Apotheck. 1079vierdten Theil einer Maaß. Vermacht die Kanne wol/ ſtellet es in einenKeſſel mit Waſſer/ laſſet es ſechs oder ſieben Stunden ſieden/ hernach uͤberNacht ſtehen/ und kalt werden.

Ferner thut man ſolches aus dem Keſſel und Geſchir:/ zerſtoͤſſet das Fleiſch/ſamt den Knochen/ in einem Moͤrfer/ alsdannin ein groſſes Kolben⸗Glaß ge-than/ gieſſet die Bruͤhe/ worinnen es geſotten/ daruͤber/ thut darzu ein oderzwey Loth gröblicht⸗geſtoſſenen Zimmet/ ſetzet es in Diſtillir⸗Kolben wol ver-macht/ mit Waſſer/ und diſtilliret es in gelinder Waͤrme.

Nota. Es ſolle aber der Keſſel nicht mit kaltem/ ſondern warmem Waſſer-

aufgefuͤllet/ Und/ ſo viel moͤglich/ das Feuer gelind gefuͤhret

werden.Uſus.8 vis Waſſer dienet den jenigen/ ſo langwuͤrige Kranckheiten ha-en/ als:Schwind⸗)

Dies Lungen⸗ Sucht.Waſſer⸗ JDieſen ſolle man offt darvon zu trincken geben/ oder aber auch ihre Speiß undTranck darmit vermiſchen; Dann, es ſtaͤrcket uͤber alle maſſen die verfalleneKraͤfften/ und haͤlt den Menſchen/ wann ſchon andere Artzney⸗Mittel nichthelffen wollen/ noch lang auf.

Nota. Etliche ſtaͤrcken dieſes Waſſer mit Malvaſier/ oder andern ſtarckenSachen/ darvon widd es aberzu hitzig/ und kan man ſolches

nicht wol ohne Gefahr gebrauchen.

8. Das Schwalben⸗Waſſer zu machen.

dan nmmt junge Schwalben/ die vomnen am Halſe braun/ und an denSchwaͤntzen auf beyden Seiten lange Federn haben/ auch in den Haͤuſernund Schornſtem niſten/ ſo man ins gemein Rauch⸗Schwalben nennet, aufsallerwenigſte ſechzig/ aufs meiſte aber vier⸗oder fuͤnfſmal ſo viel/ reiſſet jedein der Mitte von einander/ die lange Federn aber ſchneidet man ihnen mit derScheer ab/ ſolcher Geſtalt/ daß der Kiel noch an der Schwalbebleibet/ legetſelbige in Eſſig/ alſo/ daß ſolcher einen halben Queer⸗Fingerdaruͤber gehet/deckt es zu/ und laͤſſet is fuͤnff oder ſechs Tageſtehen. -

Ferner/ ſeo nimmt man jederzeit zu 180. Schwalben 6. Loth Bibergail/zerſchneidet ſolche klein/ thutes zu den Schwalben/ laͤſſet es noch einen Tagund eine Nacht mit einander im Eſſig baitzen: Nimmt es als dann heraus/und diſtilliret es im Waſſer in einem wol⸗vermachten Diſtilli; Kolben/ ſowird es ſchoͤn und lauter.

Uſus.