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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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Claſ XLI. Von de 81080 on veeaufeApothes

1. Dieſes Waſſer iſt gut fuͤr die fallende Sucht/ ob es gleichder Menſchviel Jahr lang nach einander gehabt. Der Patient aber ſolle ſolches vierTage nach einander nuͤchtern emnehmen.

Ein alter Menſch einen halben oder ziemlich⸗groſſen Eß⸗Loͤffelvoll.

Ein ſaugendes Kind nur etliche Tropffen in Mutter⸗Milch/ oder wegender Saure mit ein wenig Zucker gemiſchet.

2. Esvertreibet die Hirnwuͤtigkeit wunderlich/ ſo man ſolches neun Tagelang des 1. 3.gh nur ein wenig trincket; Alles nach Gelegenheit des Alters/und der Perſon.

3. Es ſtaͤrcket das Hirn uͤber alle andere Artzneyen.

4. Reiniget den Magen.

5. Macht weich um die Bruſt.

6. Iſtein Præſervativ wider den Schlag/ ſo man des Tages einen/ dreyoder vier Loͤffel⸗voll nuͤchtern einnimmt/ und des Jahrs zweymal gebrauchet-Manſolle aber zuvor purgieren,

7. Iſt gut fuͤr den Schwindel/ auch wie zuvor eingenommen.

Nota, Dieſes Waſſer ſollen keine ſchwangere Weiber gebrauchen/ ſondernſich deſſen gaͤntzlich enthalten.

Wer es ſonſten gebrauchen will/ ſolle ſich des ſauren Krauts/Schweinen⸗Fleiſches/ Pfeffers/ und aller Speiſen/ ſo hitzigſeynd/ und uͤber ſich ſteigen/ enthalten.

Wer aber die fallende Sucht hat/ ſolle ſich des Weins ein Viextel-

Jahr lang enthalten,9. Ein beruͤhmtes Magen⸗Waſſer.Man himmt Wermuth. Salbey/ jedes t. Handvog.Cardobenedicten. Wachholder⸗Beer/ 1. Handvoll.Balſam oder Muͤntz.

Aniß.Tauſendguͤldenkraut/ jedes Fenchel/ jedes 1. Loth...gute Hand⸗vol. Alantwurtz/ 2. Loth.

Iſop.Die Kraͤuter und Wurtzeln ſollen im Schatten gedoͤrret/ hernach mit denuͤbrigen zu Pulver gemacht werden.

Alsdann thut man es in ein Glaß/ ſchuͤttet vom beſten Brandewein dar-uber/ alſo/ daß derſelbige zween Queer⸗Finger daruͤber gehe. Stellet es wolvermacht mit dem Glaß an die Sonne vier Wochen lang/ ſeyhet hernach denBranden⸗Wein ab/ und druckt die Materi wol aus. Verwahret es in einemGlaß/ daß es nicht verriechen koͤnne/ zum Gebrauch. 8

9ta,

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