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Kirchengeschichte : Lehrbuch zunächst für akademische Vorlesungen / von Dr. Karl August Hase
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32 Alte Kirchengesch. l. Per. 1. Abschn. b. z. I. 100.

heidnischen Staat nicht angehörten, so erhob sich vor seinem prophetischenBlick eine über alle nationale nnd sociale Schranken erhabene, in Christogeeinigte religiöse Genossenschaft, in diesem großen Sinn eine Kirche.*)Christus ist ihm die Religion und Weltherrschaft selbst. Die Erscheinungseiner himmlischen Menschheit auf Erden der hohe Mittelpunkt der Welt-geschichte, von dem aus der Apostel rückwärts auf die vorbereitende undentstellte Offenbarung imJudenthum undHeidenthum, vorwärts aufdenSieg des Gottesreichs blickte, bis dahin, wo alle Gegensätze überwundensind, und Christusselbst zurücktreten werde, aufdaßGott alles in allem sei.

tz. 29. Samaritanische Christen und Secten.

Das erste Hervorbrechen des Geistes aus jüdischerBeschränktheit hattedas Evangelium nach Samarien gebracht. Der Same, den Jesus unbe-kümmert um der Volksstämmc Haß in Sychem ausgestreut, wurde vonden Aposteln geärntet.^) Aber die Samariter waren durch Religions-stifrer aus ihrer Mitte, seltsame Schattenbilder der Wahrheit, zu sehr inAnspruch genommen, als daß ein Messias aus Judäa allgemeinen An-klang finden konnte. Dositheus war als der verheißne Prophet nachdem Vorbilde Mosis^) in sadducäischerWcise mit der alleinigen Geltung,doch auch buchstäblichen Schürfung des Gesetzes aufgetreten, von 30Jüngern umgeben nach den Tagen des Mondlaufs, und fastend in einerHöhle verhungert.*) Simon Magus, erst nach moderner Deutungsamaritanischer Sonnengott und judenchristliche Caricatur des Paulus,hatte nach Lukas mit seinen Zauberstücken in Samarien große religiöseAnerkennung erlangt/) Bei der Bekehrung des Volks durch die Apostelließ er doch auch sich taufen, meint Apostelmacht für Geld erlangen zukönnen, und beugt sich vor der Verwünschung des Petrus. Wahrschein-lich derselbe Simon, der nach Josephus um dieselbe Zeit für den Proku-rator Felir den Kuppler machte.*) Seine Rede, daß er etwas Großes sei,nach derVolksrede die große Kraft Gottes, mochte schon enthalten oder imnächsten Jhh. auf ihn gedeutet werden als die Menschwerdung desschaffenden Weltgeistes, um die von irdischen Gewalten gefangene, ineinem Weibe festgehaltene Weltseele, derzeit in seiner Genossin Helena,und mit ihr alle Gläubige zu erlösen/) So ist er in dieser sagenhaftenErinnerung der Kirche einestheils der Vater aller Ketzerei geworden, an-derntheils der Faust der alten Kirche als Repräsentant aller magischenKünste und Schicksale jener Zeit gegenüber der Einfalt des frommenGlaubens. In beiden Beziehungen siegreich bestritten durch Petrus/)der ihm folgt durch die syrischen S tädte, bis in Rom der Zauberer sich vermißtgenHimmel zu fahren und durch das Gebet des Apostels herabstürzt /)

s) trat. 3, 28.

a) .leta 8, 5-17. ^o. 4, 35-38. b) Deut. 18, 18. o) OiiA äs xniiic. 4,17. )/. I. x. 178.) in Ic>. tom. 13. slV. x.237.) Lxixlis.ii, Oxx. I. I. x. SO.ch -leta 8, 9. 24. e> Lntigg. 20, 7, 2. /'j lustiiii Lxol. I. e. 28. 56.

e. 120. Iren, 1,20. Aus beiden Lus, H. ecv. 2, 13. Lxixli, Ilsen. 21. </) ItseoZui-

tioves 1, 8-3. 48. ti) i4ets ketri st Lsuli. slisclisnLoif, Nwts ^.xx. sxocnyplis.