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111. Berliner Gesellschaft 1843—1846.
Pariser Friedens iini inss paix avee Iss guatro ßu-anclosxuissanoes") an die in Paris verweilende Herzogin von Cur-land richtete, merkwürdige Zeugnisse der unaufhörlichenSchwankungen, des Steigens und Fallens von Hoffnungenund Projecten, die erst mit der von Tallehrand widerrathenenAbreise der Kaiserin aus der Hauptstadt eine entschiedeneWendung nahmen.
Man weiß daß die Herzogin von Dino viele Jahrehindurch die Honneurs bei dem Fürsten Tallehrand machte,der auch nachdem er sein Portefeuille des Auswärtigen anden Herzog von Richelieu abgegeben, um als Oberkammer-herr am Hofe zu bleiben, einen Sammelpunkt für die glän-zendste Gesellschaft aller Meinungen und Farben, mit Aus-nahme der streng rohalistischen, und für die europäischeDiplomatie bildete. Keine Frau unserer Zeit hat einen ähn-lichen Ruf von Weltklugheit und politischer Einsicht, vonKenntniß der Personen und Zustände verschiedenster Länderund verschiedenster Sphären, von Gewandtheit und geselligerAnmuth und Liebenswürdigkeit erlangt. Man hat sich wolkaum verhehlt, daß das Leben in dieser Atmosphäre, der intimeUmgang mit einem Manne, dessen politische Laufbahn undmoralische Haltung bis zu späten Jahren der Kritik so reichenStoff boten, mit dem größten Meister der Verwerthung desAxioms, daß dem Menschen die Sprache gegeben ist um seineGedanken zu verbergen, nicht ohne schädlichen Einfluß bleibenkonnte. Aber man ist im allgemeinen geneigt gewesen überdie Schattenseiten hinwegzugehen und den Blick nicht zu tiefunter die Oberfläche dringen zu lassen, durch den wirklichenGlanz dieser Oberfläche angezogen, ja bezaubert. Talleh-rand war achtzig alt, als er sich im Jahre 1834 von der