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Badisches Sagenbuch : die Sagen des Breisgaus und der Baar
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In Feldberg selbst zeigte sich oft ein Dorftier, von derGröße eines Kalbes, das sich in der Mitte des Dorfes denenentgegenstellte, die unerlaubte und unsittliche Wege gingen,wie auch unbarmherzigen Reichen. Auch der Habspergerwird nachts hier oft gesehen ohne Kopf auf einem Schimmelgen Feldberg reitend, indem er ruft:Hudala he! da, da,meine Hunde." Im Frühjahr erfrieren die Reben im Vorbci-jagen.

Gennenbach, in dessen Gemarkung das Riedbrünnleinliegt, wo zuweilen auch eine Jungfrau gesehen wird, die ihrHaar kämmt, war lange vor der Reformation ein großesDorf mit Nonnenkloster. Feldberg war Filial dazu. Kircheund Kloster sollen durch ein Erdbeben zerstört worden sein, undan der Stelle, wo man heute noch alte Manerreste sehenkann, erscheint von Zeit zu Zeit eine Weiße Nonnengestalt,die im Ried auf uno ab geht, manchmal tragt sie auch einenSchlüsselbund. Oft schon wurde dort den Fuhrleuten dieLaterne ausgeblasen. Ein Reisender, der von Müllheim herkam, sah einst, als er vom Rappenholer Bück niederstieg, auf200 Schritt vor sich eine kleine Schar weißgekleideter Jung-frauen, die lebhaft miteinander sich unterhielten.

Sein Hündchen bellte sie an, floh aber gleich daraufunter den Zeichen größter Angst, und erst in Feldberg fandihn sein Herr wieder.

Vergl. dazu Sickert, Gesch. der Stadt Müllheim S. 464; Führer durch Baden-weiler (Nutz, Frcibg.) S. S ff. u. Haas, Volkstümliches S. 8. lAleinaimiaXXV S.1V4.)

-H-

Marzell. Pfarrei Vogelbach.

Mrsprünglich sollen hier nur drei Bauern gewesen sein,von denen der waldige Bergrücken mit seinen drei Erhebungendie Namen erhalten: Meiersköpfle, Wältinsköpfle, Andresen-schläg.

Die ältesten zwei Häuser, eines im oberen, das andere imuntern Teil des Ortes, tragen die Jahrszahlen 1681 und 1685.

Martini, Diözese Müllheim S. 110.

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W aib el u. Fl amm, Breisgausagen.