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Beiträge zur physischen Geographie der Ostsee / von Carl Ackermann
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I. Morphologisches. Tiefenverhältnisse der westlichen Ostsee .

4,8 Meilen umfasst. Der westliche Theil des fünenschenRandgewässers ist fast ganz frei von dieser Senke, indem nur höchstunbedeutende Arme vom Kleinen Belte aus in dasselbe eindringen;es besitzt dafür jedoch eine gesonderte Vertiefung von mehr als20 m. Auch der östliche Theil des fünenschen Randgewässers istfast durchweg flacher als 20 m, da auch hier nur eine sackgassen-förmige Vertiefung, welche vom Kattegat her westlich an Sprogövorüberzieht, kaum in das Randgewässer eindringt. Desgleichen istdie Smaalande-See ein sehr flaches Meeresgebilde, denn das Arealdes Meeresgrundes von mehr als 20 m Tiefe ist hier nur 0,4 Meilengross. Diese tiefere Einsenkung ist der Art, dass zwei sehr schmaleRinnen, welche im Norden und Süden der Insel Agersö vom GrossenBelte kommen, sich im Südosten dieser Insel zu einer einzigen, eben-falls sehr schmalen Rinne vereinigen, die in der Nähe des Kirke-grundes ihr Ende erreicht.

Wesentlich anders als die räumlichen Ausdehnungen verhaltensich bei dieser grossen Senke die bedeutendsten Tiefen in Bezug auf ihreräumliche Anordnung. Es sind hier nämlich gerade die schmälstenPartien mit den grössten Tiefen ausgestattet, während in den grossenAusbreitungen der Senke geringere Tiefen gefunden werden. So suchtman z. B. in der Mecklenburger-Bucht eine Tiefe von 30 m ver-gebens, während man bereits in der Kieler-Bucht , in geringer Ent-fernung nordwestlich von Markelsdorfer-Huk auf Fehmarn , wo dieSenke kanalartig schmal wird, eine Fläche findet, wo bis zu 35 mTiefe beobachtet sind. Ferner trifft man eine andere, nur 0,4 Meilengrosse Einsenkung von mehr als 30 m vor dem Eingänge und innerhalbder Apenrader-Bucht, in welcher bis 38m Tiefe beobachtet sind, jedochdie bedeutendste derartige Vertiefung liegt im südlichen Kleinen Belte,den sie zum grössten Theile erfüllt und von dem aus sie sich sowohlnach Norden in zwei Armen in den mittleren Kleinen Belt hinein-streckt, wie auch südlich keilförmig in die Kieler-Bucht eindringt.Das Areal dieser Einsenkung beträgt ca. 5,5 Meilen und diegrösste darin beobachtete Tiefe 46 m; es handelt sich bei der letz-teren jedoch nur um eine schachtförmig in den Boden eingesenkteStelle, denn grössere Ausdehnungen von mehr als 40 m Tiefe fehlen.Anders verhält es sich dagegen im Grossen Belte, der seiner ganzenLänge nach innerhalb der Rinne von mehr als 20 m Tiefe einesolche von mehr als 30 m Tiefe besitzt und innerhalb dieser zweitenallem Anscheine nach noch eine dritte von mehr als 40 m Tiefe,