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Der neu-aufgerichteten und vergrösserten in sechs Bücher oder Theilen verfasten curieusen Kunst- und Werck-Schul sehr verlangter nunmehr erfolgter anderer Theil ... / von J. K. chymiae ac aliarum artium cultore
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Andern Theils / Vierdees LuM. rrz,

Munde und trancke/bis sie aus war; Ferner sprelete er mit seinen Cammer-raden in der Karten/mischle die Blätter/ theile sie aus, hielte sie zwischen denZehen uud warst sie mit solchen Grätschen auf den Tische / nicht änderst als einMensch/der mit allen seinen G iedmaffen auf das Beste versehen. Endlich/er«griffe er mit den Füssen eine Feder / und schriebe darmit aus dermassen nettund sauber; Ja er nahm auch/worüber sich höchlich zu verwundern eine Na-del/Loge dardurch einen Faden und nährte darmit geschwinder/als der hurtig-ste Schneider / dannenhero wer ihn in der Arbeit sahe / der sagte zwar keineHände könne doch einenweg als den andern die Hand-Arbeiten verrichten/undhabe das Ansehen / als ob seine Hände ihren Sinn in den Füssen genommenhatten

Eben dergleichen erzehlet Omergriusinl-Ioriz iucciüon's park. I.

c. Z7- mit folgenden Worten : Die Vorsorge spricht er/welche der Schöpferaller Dinge der Natur mitgetheilet / ist wunderlich / dann dieselbige bereitetund giebst / durch tägliche Gewohnheiten eine solche Stärcke und Hülffe derThieren/welcheetwan krumme Mangelhaffte oder schwache Gltedmaffen ha-ben/oder welche derselben zuvor haben / und doch mehr als ihnen vorgeschrie-ben thun ; daß man könne sagen / die Vollkommenheit eines Thiers bestehenicht etwan in Unterschied der Gliedmassen/sondern in den steten Gebrauch der-selben. Ich habe offl daran gedacht: damahls als wir zu Camburg bey Eras-mo Neustattern /elnen vornehmen Weisen und Tugendhafftm Mann waren.Als derselbige uns allen guten Willen erzeigete/ und nach Vermögen und Ge-legenheit uns wohl ttactirte/ schickte er an einen Ort nicht weit darvon nacheinen jungen Mann von zr- Jahren Nahmens Thomas Schweicker der ohneArme auf die Welt kommen wäre; dersilbige verrichtete mit seinen Füssen al-les,was ein geschickter Mensch mit seinen Händen thun kam Also daß er sel-ber sagte / es sey« ihme ein Gabe vor die andere mitgetheilet worden. AIS er aneinen Ort/ der so hoch war als ein Tistb/ darauf man das Essen setzet« / sich nie-dergelassen hatte/faffete er mit seinen Füssen Messer fienge an Brod zu schnei»den/ingleichen die Speisen / dieselbigen führet? er mit seinen Füssen zum Mun«de/ wie auch das Trinck-Geschnr so behende als einen anderer mit den Han-den. Nach dem Essen fienge er an zu schre den/so gleich und schöne Vorschriff-ten mit lateinischen und teutschen Buchstaben / daß ein jeder von uns gerne «inExemplar baben wolle / solches als ein sonderbabres Wunder - Stuck aufzu-beben. Aus mein Begehren schnitte er mit einen Federmefferl rechte guteSchrib-federn/die er mir und den andern verehret«. Ais er darüber bemühet wäre/betrachtete ich mit Fleiß die Gestalte seiner Füsse/und sahe daß die Zehen daranlangwaren/und gleichsam zu bereitet/etwas darmit zufassen: und wann mansie von Weiten ansähe/ schienen sie wieFmgeran den Händen/feine Schenckelhielte er Crdar zusedrckt mir seinen Mantel.

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