Gradirwcrk
659
unter gradiren versteht, sondern auch die verschiede-nen Gradirungsarten angegeben. Hernach habe ich micheben daselbst blos beider Tröpfelgradirung oderDorngradirung verweilt, weil nur bei dieser Ma-schinen vorkommen. Endlich habe ich auch meine Lesermit allen gebräuchlichen Gradirmaschinen bekannt ge-macht, und die Art ihrer Bewegung und ihren Effektbeschrieben. Hier brauche ich demnach nur noch einigeallgemeine Sätze von der Betreibung der Salzbrunnen,von der Betreibung der Gradithäliscr, und von der Lei-tung der Soole nach den Gradirhausern und Siedpfan,ncn folgen zu lassen.
I. Die Betreibung der Salzbrunnen.
Wenn ein Gradirwerk angelegt werden soll, so mußman begreiflich erst wissen, wie viele Pumpen man ei-nem Salzbrunnen zu geben hat, und was für Bewc,gungskràfte dazu nöthig sind, um den Gradirbau mit-telst der Pumpen die ganze Gradirzeit über gehörig mitBrunncnsoole zu versehen. Man muß daher währendder Gradirzeit die dazu erforderliche Menge Soole mitSicherheit angeben können. Dies geschieht durch fol-gende Berechnung.
Gesetzt, es soll Brunnensoole von einer gewissen Lö-thigkcit, z. B. 3 löthige, auf einen 100 Fuß langenGradirbau bis zu einer gewissen größcrn Lölhigkeit, z.B.bis zur 18 löthigen, gradirt werden, und man will diedazu während der Gradirzeit nöthige Brunnensoole inKubikfuß in Erfahrung bringen. Die Gradirzeit soll8 Monate oder 3100 Tagesstunden dauern. Nun ver-fährt man also:
1) Man addirt die Löthigkcit der Soole, 3, zu derverlangten Löthigkeit, 18, subtrahirt diese Summe,21, von 50, und aus dem Reste, 23, zieht mandie Quadratwurzel; diese ist 5, 39.
2) Die Quadratwurzel 5, 38 mulriplicirt man mitder Salzmenge, welche in 1 Kubikfuß von der ver-langten Löthigkcit, nämlich der 18 löthigen Soole,
Tt 2