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Königliche Hoheit : Roman / von Thomas Mann
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450
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Man marschierte geschlossen und in tiefem Einverständ-nis, Presse, Regierung, Hof und Publikum, und sicherhätte derEilbote" seine Zunge gehütet, wenn damalsseine philosophischen Dienstleistungen noch verfrüht undpolitisch gefährlich, wenn, mit einem Wort, die Ver-handlungen aufDelphinenort" nicht bereits weit in gün-stiger Richtung vorgeschritten gewesen wären. Heute weißman ziemlich genau, wie diese Verhandlungen sich ab-wickelten und einen wie schwierigen, ja peinlichen Standunsere Sachwalter dabei hatten: Der sowohl, dem alsVertrauensperson des Hofes die zarte Mission zugefallenwar, des Prinzen Klaus Heinrich Werbung vorzubereiten,wie auch der oberste Betreuer unseres Finanzwesens, deres sich trotz seiner schwer erschütterten Gesundheit nichtnehmen ließ, in eigener Person die Sache des Landes beiSamuel Spoelmann zu führen. Dabei ist erstens HerrnSpoelmanns ärgerliche und reizbare Gemütsart in Rech-nung zu ziehen, zweitens aber zu bedenken, daß ja demungeheueren kleinen Manne an einem in unserem Sinneglücklichen Abschluß des Handels bei weitem so viel nichtgelegen war, wie uns. Abgesehen von Herrn SpoelmannsLiebe zu seiner Tochter, die ihm ihr Herz geöffnet undihm ihr schönes Verlangen kundgegeben hatte, sich liebendnützlich zu machen, hatten unsere Mandatare nicht einenTrumpf gegen ihn auszuspielen, und es war schlechter-dings nicht an dem, daß Dr. Krippenreuther seine Wün-sche als Bedingungen an das hätte knüpfen können, wasHerr von Bühl etwa zu bieten hatte. Von dem PrinzenKlaus Heinrich sprach Herr Spoelmann beständig mitder Bezeichnungder junge Mensch" und bekundete über