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Vierter Band.
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habe bedecken sehen. Da man bisher in Europa Schwefelnicht in den ehemals sogenannten primitiven Gebirgsarten,sondern nur im Tertiär-Kalk, in Gyps, in Conglomerarenund ächt vulkanischem Gestein gefunden hat; so ist daS Vor-kommen im Arukral de Quindiu (nördl. Br. 4 ü V 2 ) um so merk-würdiger, als eS sich südlich vom Aequator zwischen Quito und Cuenca , am nördlichen Abfall deS karamo del Assuay,wiederholt. In dem Arukral deS Cerro Cuello (südl. Breite2° 13') habe ich, wiederum im Glimmerschiefer, in7488 Fuß Höhe ein mächtiges QuarzIager 7a angetroffen,in welchem der Schwefel nesterweise reichlich eingesprengt ist.Zur Zeit meiner Reise waren die Schwefelstücke nur von68 Zoll Größe; früher fand man sie bis 34 Fuß Durch-messer. Selbst eine Naphtha-Quelle entspringt sichtbarauS Glimmerschiefer in dem Meeresboden im Golf vonCariaco bei Cumana. Die Naphtha färbt dort einen Theilder Oberfläche deS Meeres auf mehr als tausend Fuß Längegelb, und ihren Geruch fand ich verbreitet bis in das Innereder Halbinsel Araya. 811

Wenn wir nun einen letzten Blick auf die Art vulkani-scher Thätigkeit werfen, welche sich durch Hervordringen vonDämpfen und Gas-Arten, bald mit, bald ohne Feuer-Erschei-nungen, offenbart; so finden wir darin bald große Lerwandischast,bald auffallende Verschiedenheit der aus den Erdspalten aus-brechenden Stoffe: je nachdem die hohe Temperatur des Inneren,das Spiel der Affinitäten modificirend, aus gleichartige oder sehrzusammengesetzte Materien gewirkt har. Die Stoffe, welche beidiesem geringeren Grade vulkanischer Thätigkeit an die Ober-fläche getrieben werden, sind: Wasserdamps in großem Maaße,Chlor-Natrium, Schwefel, gekohlter und geschwefelter Wasserstoff,