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parallel - saftige Bimssteinc über, je ärmer sie an Kieselsäureund je reicher sie an Alkalien sind. Ob aber daö An-schwellen allein der Verflüchtigung von Kali oder Chlor-Wasser-stoff-Saure zuzuschreiben sei, bleibt nach Rammelsberg's Ar-beiten^' sehr ungewiß. Scheinbar ähnliche Phänomene desAufblühens mögen in obsidian - und sanidin-reiche» Trachyten,in porösen Basalten und Mandelsteinen, im Pecbstein, Tur-malin und dem sich entfärbenden dunkelbraunen Feuerstein stoff-artig sehr verschiedene Ursachen haben; und eine auf eigene,genaue Versuche gegründete, so lange und vergebens erwarteteForschung ausschließlich über die entweichenden gasartigen Flüs-sigkeiten würde zu einer unschätzbaren Erweiterung der chemisci enGeologie der Vulkane führen, wenn zugleich auf die Einwirkungdes Mcerwassers in unterseeischen Bildungen und auf die Mengedes gekohlten Wasserstoffs der beigemengten organischen Sub-stanzen Rücksicht genommen würde.
Die Thatsachen, welche ich am Ende dieses Abschnitteszusammengestellt habe: die Aufzählung der Vulkane, welcheBimssteine ohne Obsidian , und bei vielem Obsidian keinen Bims-stein hervorbringen; die merkwürdige, nicht constante, aber sehrverschiedenartige Association des Obsidians und Bimssteins mitgewissen anderen Mineralien; haben mich früh schon, währenddesAufenthalts in den Cordilleren von Ouito, zu der Ueberzeugunggeführt, daß die Bimsstein-Bildung Folge eines chemischeit Pro-cesses ist, der in Trachyten sehr heterogener Zusammensetzung,ohne nothwendig vorhergehende Vermittelung des ObsidianS (d. h.ohne Präeristenz desselben in großen Massen), verwirklicht werdenkann. Die Bedingungen, unter denen ein solcher Proceß groß-artig gelingt, sind (ich wiederhole eS hier!) vielleicht minderin der Stoff-Verschiedenheit des Materials als in der