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Dichtung eingeschlagen. stber der Wagemut jener ersten Meister war noch gering, dieformen ihres Hausrats lehnten sich an die Muster der etwas dünnen Zierkunst derbegierungszeit der Königin stnna an, und es ist erstaunlich, einen wie realistischen An-druck heute selbst Morris'sche Decken und 5toffmuster machen. 5eit den letzten jährenvor der jahrhundertwende aber sehen wir mit frohem 5taunen in belgien und Deutsch land eine bewegung um sich greifen, die viel kühner vorgeht. 5ie hat mit keckem griffden neuen 5til, dessen Unmöglichkeit die Segner höhnend beteuerten, wirklich geschaffenund haben ihre 5chiffe auch erst eben die stnker gelichtet, so schwellte ihnen doch ein windnicht mehr nur der Hoffnung, sondern schon erster schneller fahrt die Zegel.
Mehr a>5 einer unter den Meistern der neuen Zierkunst hat das scharfe Profil einereigenen Persönlichkeit auszuweisen: so van de Delde, der geometer, dessen nie irrendergriffet das Ornament erlöst hat von der unerträglichen Herrschaft der uralten Linienführungder benaissance, so Obrist, dessen Stickereien die schüchterne Unmut zitternder öräser be-rückend wahr wiedergeben und doch dem eigenen 5tile dienstbar machen, so Ende», derzu der einzig bizarren 5chrofsheit und Eckigkeit seiner Tchmucklinien nun im begriff steht,flimmernde fardenträume von nicht geringerer Kraft zu fügen, buch ein Erneuerer alterKunstgedanken von ganz «Epigonenhafter 5tärke ist aufgestanden, ein gotiker selbst-verständlich. Melchior Lechters psrzivalssal hat zum buhm deutscher Kunst im jähre 1900in einem Winkel des hätzlich lärmenden Weltjahrmarkts einen Schimmer von weihe undhoher feierlichkeit aufglimmen lassen.
Ein jähr später aber ist auf heimischem boden unter 5chutz und förderung einesfürsten von Karl Uugusts mäcenatischer strt ein Werk angewandter Kunst erwachsen, daseine neue 5taffe> auf dem Wege zu diesen Zielen darstellt. Der Künstler, dessen strbeitdiese blätter im bilde schildern sollen, hat ein Unrecht darauf, daß seiner auch im Wortgedacht werde, wenn von Kunst und Leben in Vergangenheit und Zukunft gesprochenwerden so». Peter behrens hat vermocht, das Haus, das er auf der Mathildenhöhe inDarmstadt sich und der Kunst errichtete, mit bildern, beliefs und Holzschnitten seiner eigenenHand zu schmücken, er hat es nach eigenem bisse erbaut, kein gerät, kein 5chmuck ist
darin, den er nicht entworfen hätte, und noch diebuchstaden dieses Druckes sind von ihm geformt,hier ist ein Sesamtkunstwerk entstanden, dem einwirken in allen bezirken bildenden 5chaffens dasLeben gab. Doch noch mehr, in dem planendenHirn, ja vielleicht schon im geledten Leben diesesMeisters einen sich Kunst- und Kulturgedanken undwenn er seine Ziele erreicht, kann er sich rühmen,an das volle Werk des beginnenden Zeitalters Handangelegt zu haben.
Peter behrens hat eine neue, höher über dieWirklichkeit fortgehodene 5chauspielkunst gefordert.Er hat in Wort und bild dargelegt, wie ihr ein neuesHaus, mit neuen, minder groben Wirkungen auf Uugeund 5inn des Zuschauers, erbaut werden könne. Erhat mit der Unordnung der wandeltänze, die dasEröffnungsspiel der Darmstädter stusstellung trugenund geleiteten, einen versuch stilstarker beigenkunstgemacht. Er hat sich vor allem laut zu der Verein-heitlichung der Künste, lauter noch zu der Ver-bindung und Durchdringung von Leben und Kunstbekannt, hat sie als einer der Ersten bewußt gefordert.
Lehnsessel aus bei- Sidllothek.