Pirkheimer und Spengler.
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gewefen fei«; er bittet ihn das Büchlein nach feinem Verfländniffe zuverbeffern und ihn, wie bisher für feinen Freund und Bruder zuhalten«.
Pirkheimer hatte bei feinen gelehrten Publicationen auch fomanches artiftifche Bedürfnifs, deffen Befriedigung Dürer zuweilen auffich nahm. So entwarf er ihm für feine kleineren Bücher die neckifcheTiteleinfaffung mit den zierlichen Ehrenfäulen auf fchwarzem Grunde,unten vier Genien, deren zwei Pirkheimers Wappen halten, zwei an-dere dazu Pofaunen blafen 1 ). Dann befchäftigt fich Pirkheimer auchgerne mit mathematifchen und aftronomifchen Studien, dazu bedurfteer noch mehr der Hand des zeichnenden Künftlers. Zu einer aftro-logifchen Schrift Pirkheimers fcheint denn eine Anzahl kleiner, ganzflüchtiger Federzeichnungen von Dürer zu gehören, welche verfchie-dene Thierbilder darftellen, vielleicht mit Bezug auf Sternbilder.Vier folcher Blättchen befinden fich in der Sammlung Hausmannzu Braunfchweig: ein Steinbock, der aber mehr einer Gemfegleicht, zwei Löwen vor zwei Krügen flehend, ein Hund und einFrofch; auf der Rückfeite erfcheint Pirkheimers Handfchrift, davondas Wort »Horoscope« lesbar ift. Dazu gehören vermuthlich auchdie ähnlichen Skizzen im Berliner Mufeum: ein rechtshin fpringenderHund — auf der Rückfeite Mafsangaben von Pirkheimers Hand, wiemir fcheint — dann eine Schildkröte einmal von oben und dasandere mal von unten aufgenommen, mit der Unterfchrift »Schiitkrott«von Dürers früher Hand, endlich eine grafende Kuh. Ob dafelbftauch der Kopf eines Ziegenbocks mit der falfchen Bezeichnung von1510 und vier Katzen, in verfchiedenen Stellungen auf eine Mauslauernd, fich diefen Studien anreihen, laffe ich dahingeftellt. Dagegendürfte eine Ornamentzeichnung der Hausmann’fchen Sammlung zu einemTitelblatte derfelben Schrift beftimmt gewefen fein. Es ift eine Lünette,deren Rundbogen von zwei Genien gebildet wird, welche Füllhörnergegeneinander emporhalten; in der Füllung darunter erfcheint einPorträtkopf in Medaillenform und zu deffen beiden Seiten Kaninchen;auf der Rückfeite des Blattes wieder Pirkheimers Schrift.
Als Pirkheimer im Jahre 1525 feine lateinifche Ueberfetzung desPtolomaeus bei Johannes Grüninger in Strafsburg herausgab, ftandihm Dürer wieder mit Rath und That bei. Da das Werk mit zahl-reichen Karten und Illuftrationen verfehen ward, fehlte es natürlichnicht an den obligaten Reibungen zwifchen Autor und Verleger, wie
1) Paflavant 205; Heller 1936; Retberg j dann zu »Nili sententise morales« 1516 und200. Zuerft verwendet zu Plutarchs »De I zu Lucians »Piscator« 1 5 1 7 *vitanda usura, Nürnb. Fried. Peypus 1513» '