Band 
Zweyter Theil [1].
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374
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274 Font« na.

Colorit betritt, ntt Styl ihres Vaters und Lehrmei-sters gearbeitet, aber minder glücklich in Absichtauf Zeichnung und Komposition. In Bildnissenwurde sie von einigen Prosper'n noch vorgezogen,da sie solche mit weiblicher Geduld auszuarbeiten,und damit jedes Gesichtslineament, so wie jedennoch so kunstreichen Schmuck der Römischen und Bo-lognesischen Damen, ohne Zweifel getreuer als jener/anzudrücken wußte. Wirklich aber bekam ihr Pin-sel , seitdem sie die Carracci kannte, «ine Stärke,und zugleich eine Lieblichkeit, daß ihre Arbeit bis-weilen für Guido's galt. Auch einige Kabinets-stücke von ihr waren mit der nämlichen Feinheit ge-malt. So z. B- ihre H. Familie im Escurial,welche Mazzölari nicht genug rühmen kann; soeine Königin von Saba vor Salomo's Thron,worauf der ganze damalige Mantuanische Hof zumVorschein kömmt (beym March. Jakob Zambeccarizu Bologna ); ein Bild (sagt Lanzr II. 2. 49 ) dasder Venetianischen Schule Ehre machen würde-Sie hatte sich in die Familie Zappl zu Jmmola ver-heirathet. Dort findet sich, im Hause des GrafenZappi, ein Bildniß von ihr, das noch lebendigekund sprechender, als das in der Galerie zu Florenz ,seyn soll, und eben so eines ihres Vaters, im Altergemalt. Andres, als j enes ihr Bildniß zu Florenz ,von P. A. Pazzi , ist uns nichts nach ihr Gestoche-nes bekannt. Mehrere Dichter, neben andernMarmo, ergoßen sich (denn sie war hübsch, und malte Bildnisse) zu ihrem Lob.

Fonra na, (Peter), ein neuerer römis. Zeichnerund Kupferstecher, der in diesen beyden Eigenschaf-ten für das um 1805. in Rom erschienene Pracht-werk der Rovu 8cbolu Italic. -Zrt. pictor. gebrauchtwurde. Ferner sah man von ihm die Statue derMuse Erato (diese nach Bartolini's Zeichnung) imXXII. Hefe des Muses 5 rrm«;ois; und schon dieAllg. Lunstz. (M. 170 ) führt von ihm eine Grab-legung von Guercino , nach der Zeichnung vonTofanelli um 5302. an.

* (Prosper). Francueci war sein

erster Lehrer. Späterhin (s. Frorillo II. 497.)bildete er sich unter Tibaldi aus. Lanzi (II. 2.48 49 ) sagt von ihm: Seines widrigen GlückesSchmied war er selber. Als ein Liebhaber vonPracht (dieser Kapitalpest für Künstler; ob auch fürihren Ruf?) fand er kein ander Mittel, diesemHange genug zu thun, als wenn er sich mit Arbeitüberhäufen ließ, und dann desto minder Sorgfaltbey ihrer Ausfertigung bewies. An Fruchtbarkeitder Ideen, an Geist und Kühnheit, sich an macht-lose Werke zu wagen, gebrach es ihm nicht; so-mit entfernte er sich von dem Fleiss« seines Meisiers Francueci, und hielt sich dafür an Vasari'sWeise, überstrich, wie dieser, große Wände in kur-zer Zeit, und fast in dessen Geschmacke. Noch warseine Zeichnung nachläßiger, die Gebehrdenspracheseiner Figuren heftiger, das Colorit gelblichterund eintöniger, bloß ein wenig zarter als Vasari's.So z. B. der Saal im Hause Ditelli zu Citta di Castello . So, oder doch nicht viel besser zu Rom in der Villa Giulia, im Königl. Toskanischen Pal-las! auf dem Marsfelde, und dann in verschiedenenHäusern zu Bologna . Besser erschien er, zumalbey dem Kunstverfall seiner Zeit, in einer Epipha-nia in der Kirche alle Grazie, wo er eine Leich-tigkeit , eine Grandiofltät und einen Kleiderprachterblicken läßt, der Paul Veronese's nahe kömmt,worunter auch sein Name mit goldenen Buchstabengeschrieben steht. Den größten Ruf indessen er-warb er sich doch immer durch seine Bildnisse.

Fontebasso.

Geknes diesfalligen Talentes wegen empfahl jh»Buonaroti den» Pabste Julius III. Alsdann dienteer noch unter drey folgenden, und starb um 1600."Nach Frorillo (III. 105 ) wäre Prospero aucheiner von den welschen Künstlern gewesen, welchePrimaticcio nach Frankreich berufen hatte.

Fontan», (Sebastian Julius Cäsar), dessenim Lex. unter dem Art. seines Vaters Dominikusgedacht wird, war ebenfalls Ritter und Nachfol-ger seines Vaters in der Stelle eines Königl. Archutekts von Neapel . Derselbe gab die Risse zu ver-schiedenen dortigen ansehnlichen Bauten, wie z.B.des öffentlichen Kornhauses, von welchem HM-Zi'a (II. 96 ) kurz sagt: Daß es besser wäre, wennes nicht dastühnde; dann des noch bedeutendemUniversitäts - Gebäudes, welches der Vice-Konig,Graf von Lemos, ein großer Freund von Kunstund Wissenschaft in 1599 errichten ließ, und wo-von gedachter Schriftsteller weder vom Grund-plan, noch vom Geschmack in der Ausführung -noch minder Gutes sagt, und sich nebenbey überden P. Orso von der G. I. weidlich lustig macht,der die Statuen an diesem Gebäude nicht bloßfür antik halt, sondern wissen will, daß solche auseinem Pallastc des M- Agrippa zu Kuma herrüh-ren; was endlich eines Gelehrten würdig sey, deran einem andern Orte behauptet: Ulysses wärenach Neapel gekommen, um Griechisch zu ler-nen. S. oben auch Cäsar Fontana.

* (Veronica), deren im Lex. unter demArt. ihres Vaters Dominikus Maria Fonranagedacht wird Neben Anderm kennt man von ihrin Holz geschnitten: Mehrere Bildnisse in derkelsma plttrics, und, nach der Zeichnung vonAugust. Carracci , einen Stammbaum von dessenFamilie.

* ( ) der Abtt S. den Art. Joh.

ManZoll'm in den gegenwärtigen Zusätzen').

* Fonranella, (Johann Baptist). In demBlatte nach Carracci , reicht das Kind das Wäsche-zeug der Mutter, und St. Joseph hängt es zumTrocknen auf. Msc.

Fonranieu, (Peter Elisabeth von), Rittervon St. Louis, Jntendent und Controlle»«:-Gene-ral der Kronmobilien, Mitglied der Akademie vonStockholm, und der Wissenschaften und Architek-tur zu Paris , starb daselbst i? 84 - Man kenntauch gestochene Vasen von ihm : L<l. sec.

Derselbe schrieb : l'^rt 6s faire les Lrzmtaux colo-res, irmtant les pierres precieuses. Z- 778 . (deutsch von I. I. Reust 8 Ulm 731.) und hinterließ hand-schriftlich ein Werk über Schmelzfarben, welcheungefähr das was falsche Steine leisten sollten.

Irance Iltteraire.

* Fontebasso, (Franz, oder Franz Salva-bor). Basan (ssc..) setzt sein Geburtsjahr,wohl ohne Grund, schon in 1631. Zu Petersburg malte er in dem Kaiser!. Winter.Pallast ein Paarbrillant« Platfonds; vornämlich aber in der Hastkapelle die Auferstehung Christi, ein prächtige»Deckenstück. Seine Komposition, sein Colorit Msein Ausdruck waren gleich stark. Nach Meusskgierig er 1762. wieder in sein Vaterland, später*hin aber nach Petersburg zurück, wo er auch ver-storben ist. Seine geätzten Arbeiten sind 7. BlatterCaprücci, nach eigner Erfindung, alles Brustbilderin Lebensgröße, wovon Winkler 5. genau be-schreibt, und dann nach Eeb. Ricci: Maria, d>e

Die Fi'li'ativn derjenigen Fontana des Ler. sowohl, als der gegenwärtigen Zusätze, deren Verbindungen u«t>rsich bekannt sind, wäre somit folgende:

1. Dominikus und Johann (der Jüngere) Gebrüder. Baumeister.

Sebastian Julius Casar. Des Dominikus Sohn. Baumeister. >

2. Dominikus Maria der Kupferstecher und Fvrmschneider, und Veronica, seine Tochter, Formschneiderui-Z. Carl; Franz sein Sohn, und M-rurus sein Svhnstohn; alle Baumeister.

Carl Stephan und Hieronymus, Carls Neffen von einem unbelannten Bruder; ebenfalls Baumeister-4. Prosper, und Lavinia seine Tochter, Maler. . .

^>'e allfälligen Verhältnisse aller übrigen Künstler dieses Geschlechts, sey es nun unter sich, oder ant "Obrgen, sind uns ganj unbekannt.