Herrera.
Farben in reihendem Einklang. Nirgends sinddie Gränzen der Wahrheit und der Natur über-sprungen. Zu seinen berühmtesten Arbeiten zahltman, neben der schon genannten und vielen andernin verschiedenen Kirchen zu Sevilla , namentlichauch seine Abnehmung von, Kreuze und die Aus-gießung des H. Geistes bey St. Ines daselbst.Ausserdem beschäftigte er sich auch, Gegenständeder gemeinen Wirklichkeit, wie z. B- Küchen,Wirthsstuben, Dorfschenken u. dgl. nach dem Lebenzu malen, welche besonders häufig von den Frem-den aufgekauft wurden. Server» pflegte miteinem Rohr zu zeichnen, und atzte auch Einigesin Kupfer. Eben so übte er sich, in Bronze zuarbeiten, was ihn dann verführte, falsche Münzenzu prägen. Der schon im Ley. bemerkte Pardon,den er darüber von Philipp I V. erhielt, datirt sichvon 1624. Von der Zeit an behielt er indessenstets ein^ menschenfeindliches Wesen, und einesolche Härte, daß ihn nicht nur seine Schüler,sondern auch zuletzt seine Söhne verließen. In-dessen unternahm er noch verschiedene namhafte öf-fentliche Arbeiten in seiner Geburtsstadt, wie z. B-16^7. vier große Stücke im Saal des Erzbisthums,und gicng dann endlich nach Madrid , wo er ingroßem Ansehen stand, und dort verstarb. I» derKuppel von St. Bonavcntura zu Sevilla zeigt ersich auch als ein treflicher Frescomaler. Im Gan-zen genommen möchte man seinen Styl am meistenmit dem von Guercino , Carravagio und Riberavergleichen. Fiorillo lV. 21Z—, 5 . Von seinenTalenten für die Baukunst wird von de Fonrenardie Fayade des Klosters de la Merci zu Sevilla angeführt.
* Herrera, (Franz de), genannt elMozo,des Obigen jüngerer Sohn, dessen im Lex. in demArt. seines Vaters Erwähnung geschiehet, geb. zuSevilla , war seinem Vater und ersten Lehrer inder Kunst sehr ähnlich. Er hatte diesem (wahr-scheinlich nicht von seiner Falsch-Münze) eineSumme entwendet, und entwischte damit »achRom . Hier bekümmerte er sich zwar wenig umRaphael und die Antiken; aber denn doch destomehr um die Architektur, die er bey seinen per-spektivischen al Fresco's schicklich anbringen konnte.Zugleich bemühete er sich, ein schönes Eolorit zuerlangen , das man um diese Zeit zu vernachläßigenanfieng. Auch Er hatte eine »»gemeine Gabe,Wirthsstuben, Schenken, überhaupt Bamboccia-den, und vorzüglich Fische so natürlich zu malen,daß ihn die Italiener il dya^nolo üe^lr poscinannten. Nach seines Vaters Tode gieng er nachSevilla zurück, wo er von den Künstlern, die sichin 1660. zu einer Akademie vereinigt hatten, zumzweyten Direktor ernannt wurde. Da er aber zustolz war, unter dem ersten Präsidenten, z. B.Murillo zu stehn, so gieng er »ach Madrid , wo erallen damaligen dortigen Künstlern den Vorrangstreitig machte, und, neben Andern,, für dieBaarfüßer-Carmeliten einen St. Hermenegildusmalte, der ihm einen großen Ruhm, aber auchzahllose Feinde machte, weil er alle Künstler mitVerachtung behandelte, und öffentlich behauptete,daß sein Werk mit Trompeten und Perücken ausge-stellt werden sollte. Dadurch, und durch eineFreskomalerey in der Kapelle St. Philipp el realdrang sein Name bis zu den Ohren des KönigesPhilipp lV. (nicht Carl II. wie das Ley. sagt), undvon demselben erhielt er jetzt den Auftrag eines alFresko in der Kapelle der Madonna de Atocha,das die Himmelfahrt der H. Jungfrau vorstellt;eine Arbeit, die dem Monarchen so wohl gefiel,daß er ihn zu seinem Hofmaler, und in -877. zumMaestro mayor de las Obras reales ernannte, wo-durch sein angemessener Stolz noch mehr genährtwurde, von welchem die Geschichte mehrere selt-same Beweise erzählt. So soll er z. B. eines Tagseinen Affen, der in einem Garten eine Distel denRosen vorzieht, gemalt haben; und — wenn nichtein Freund noch zu rechter Zeit es vergaumt hätte— schon im Begriff gestanden seyn, das Bild dem
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Herzog von Olivares zu überreichen, der mit einerAuswahl von Kunstwerken, wozu er unserm Künst-ler den Auftrag gegeben, unzufrieden war, undSchlechteres dafür kaufte. Hiernachst pflegte erauf seinen Werken häufig Hunde, Ratzen, Eidexenu> a. Ungeziefer, das an einem Blatte, woraufsein Name stand, nagte, anzubringen, um damitauf seine Neider zu deuten. Endlich starb er, mitdem Verdruße, nicht noch vollends die Kammer-malerstelle bey dem Könige erhalten zu haben.Seinen Malerstyl betreffend, hatte dieser Künstlerein anlockendes Colorit, mit starken Gegensätzenvon Licht und Schatten, und viel Feuer in "derComposttion; aber nicht d-n pastosen Farbenauf-trag seines Vaters. In Bambocciaden kam erihm übrigens nahe, und in Blumenstücken übertrafer ihn. Seine architektonischen Kenntnisse dannwaren im Grund oberflächlich, und verdienen denRuhm bey Weitem nicht, den z. B. Palominodavon macht. Endlich stach er auch in Kupfer,wie z. B. einige Blätter zu einem in 1671. zu Se villa erschienenen Werke des D- Fernando de I»Torrs, welche die Canonisation des Königes Fer-dinand I II. zum Gegenstand haben. Neben den schonoben angeführten Arbeiten von ihm verdienen nochbemerkt zu werden : Ein großes Bild in der Kathe drale von Sevilla , das den H. Franciscus vor-stellt, und zwey andre ebendaselbst: Die Doktorender Kirche, die das Sakrament anbeten, und eineEmpfängniß Mariä, beyde von M. Artcaga inKupfer gestochen. 'Verschiedenes Andres von ihmzu Madrid hat durch Ritoccirung sehr gelitten.FiorlUo IV. 2-7—20.
* Herrera, (Johann de-, Baumeister, geb.zu Movellar in Asturien . Derselbe gab die Zeich-nungen zu der in schönen Proportionen gebautenSt. Jakobskirche zu Veles bey Cucnca. Zu Ma drid baute er die Brücke von Segovia in seinemgewohnten ernsten und großen Charakter. Hier,nächst war er der erste Architekt des unter Philipp II. angefangenen Lustschlosses Aranjuez, wovon manbey Llli'llZia (iüci. tors. I. Z§0—äs.) eine westlicheBeschreibung findet.
— — — — — ein mit obigem Franzdem jünger» gleichzeitiger Künstler, aus derNachbarschaft von Sevilla gebürtig Von ihm istuns indessen nichts Anderes bekannt, als daß der-selbe die Idee zu einem schönen Kupferstiche ent-warf, welcher nachwerts von Joh. Mcndez aus-geführt wurde, und sich in einem Werke des Ro-drigo Taro befindet. FiorlUo IV. 220.
— — (DonPedro de), ein spanischer Künstler,Zeitgenosse des Alonso Caro, der um i 65 c>. lebte,und aber die Malerei) nur zu seinem Vergnügentrieb. Fiorillo I V. 220. 2H7.
* — — (Don Sebastian) de Barnuevo.Fiorillo I V. nennt ihn unter denjenigen Schülerndes Alonso Caro, welche sich in der Kunst kaumüber das Mittelmäßige erheben.
— — ( ), el Rubio genannt, der ältere
Sohn des obigen Franz des ältern, geb zu Se villa zu Anfang des XVlI. Jahrh. Derselbe lerntedie Zcichenkunst von seinem Vater, widmete sichaber gänzlich den Bambocciaden oder Bodeaon-cillos, und würde es sehr weit gebracht haben,hätte ihn nicht der Tod frühzeitig hingerafft. Fio-rillo IV. 217.
Herreros, (Peter), y Vssianzanes. Sonennt Fiorillo I V. iPg. einen berühmten spanischen Gold - und Silberarbeicer, gebürtig von Toledo ,der zu Anfang des XVI. Jahrh, geblühet habe.
Herreyns oder Herreyes, ( ), ein
Bildniß- und Gefchichrü-Maler von Antwerpen ,arbeitete um 177». zu Mcchcln. Neben Andermmalte er das Bildniß Kaiser Joseph II. in Lebens-größe, welches die Brabantischen Stände in ihremVersammlungssaal aufgestellt haben. Gustav III.König in Schweden gab ihm den Titel seines ersten
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