Band 
Zweyter Theil [1].
Seite
607
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Juenili.

Iuenr'n, (Ambrosius). So heißt irgendwoein uns sonst unbekannter Künstler, nach welchemP. van Schuppen (1690.) das Bildniß des Advo-katen C. Thaumas gestochen habe.

* Juge, (G. le). Von diesem Kupferstecherkennt man auch: Christus erscheint der Maria Magdalena ; ohne Namen des Malers.

*Jurllar, Iurllard oder Juliart,(Joh, Niclaus). Le Veau hat nach ihm auch einDorfbad gestochen.

Iuillet, ( ). So nennt Basan (L6.8eo.)einen Kupferstecher, geb. zu Paris 1729. der inCrayonmanier verschiedene Hefte Ornamente nachSalembier, und um 178/,. eine Folge von 96. Bl.der vornehmsten Staats- und Militär-Bedientender Pforte (diese ohne weitem Namen eines Zeich-ners) gestochen habe.

Iukes, (Franz), ein englischer Kupferstecherin Aquatinta-Manier. In dieser sah man vonihm und valenr. Green gemeinschaftlich, beyBrandes sehr schön genannte, Blatter englischerAlterthümer, wie Ludlow - Castle, Brompton-Bryan-Castle, Ragland- und Wigmore-Castle,und die Brücke zu Richmond (1776.) Dann führtein Verzeichniß meines sel. Vaters, ebenfalls alsgemeinschaftliche Arbeit von Green und unsermKünstler an: Ein Zeichenbuch von Landschaften,und: I.unaclt'3 Lailoon as oxlnbitocl in tüsPantheon ; letztres nach F. G. Byrons Zeichnung;dann wieder gemeinschaftlich mit L- Tomkings:^pproack 0? tke tloatlit§ katlsries bekorsOibraltar und Oeleat ok tks kloatinZ katterieuerc. beyde nach I. Clely, ebenfalls in Aquatinta-Manier (nach Brandes schöne Blätter). Von ihmallein: Aussichten von Chelsea und Batterien (1784.)nach W. Bcilby; nach E. Dayes: Aussicht vonBloomsburg ; nach Hoppncr: tüs krollen-pit-scüer; nach T. Luny, vier Blatter: Die verschie-denen Schicksale des Schiffes Essex (dies gemein-schaftlich mit F. Wells), von Brandes schöntaxirt; eben so 6. Aussichten (die einen Katalogensagen von Hamptoncoyrt, die andern von Land-häusern zuTwickenhai», Richmond und Jslewoth),nach I. Gpyers t>. /V. , und giebt

G. Wells als Verleger an). Endlich führt Basan(pll. sec.) zwey von ihm geätzte und von Ienkinsmit dem Grabstichel beendigte Pferderennen nachMason, und vier große Schwarzkunstblatter fürTooksReisen, letztre ohne Namen des Zeichners an.

Iuliard, ( ). So nennt Fkorillo III.

271. einen uns sonst unbekannten Schüler vonBoucher, in dessen Arbeit, so wie bey so vielenAndern dieser Schule, der kleinliche Geist des Zeit-alters, und die klägliche Ausartung der Kunst sichnur allzusehr offenbarte.

Julien de parme, (I. A.), ein ausge-zeichneter Maler, geb. zu Cavigliano bey Locarno1726. im äussersten Elend erzogen« lernte die Kunst,zu welcher ihn ein unwiderstehlicher Hang zog, zuCraveggia im Vigezzo-Thal bey einem unbekannten,aber (wie unser Künstler in seiner den XouvelIe3«los « 4 rt 8 I. itg98. beygerückten äusserst lesens-werthen Selbstbiographie sagt) guten Maler, JosephBorgnis, und kam schon in seinem Dreyzehnten inFrankreich nach Bourges , und po8t vario8 casu8eines wahren Robinsons auf dem festen Land, in1766. endlich nach Paris , von da wieder auf Lyon ,Marseille , u. s. f. wo er sich von Zeit zu Zeit durchDildnißmalen, nicht selten kaum vor dem Hunger-tod retten konnte. Um 1759. gieng er von Nizza auf Genua , und alsdann weiter nach Florenz ,Pisa und Rom , wo er, (ausser einer gewissen Praktik,in Führung des Pinsels noch mit sehr dürftigenKenntnissen in allen wesentlichen Theilen der Kunstausgerüstet) erst eigentlich zu siudiren anfieng.Durch Vermittelung des Bailli von Breteuil (da-maligen Gesandten des Maltheser-Ordens in Rom )erhielt er ein Gehalt von esoo. Livr. von dem Hofezu Parma , und gewann dadurch die nöthige Muße,

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zwölf volle Jahre in dieser Hauptstadt der Künsteunermüdet an seiner vollkommenen Ausbildung zuarbeiten. Wahrend diesem Zeitraum kannte manvon ihm, neben Anderin: Camill, der das Kapitolbefreyt, was er selbst noch für mittelmäßig, undden Tod der Sophonisba, was er wenigstens fürungleich hielt; den Tod des Marc Antonius ;Achill , dem Thetis neue Waffen bringt; PansWettstreit mit Apollo; die Vermählung Alexandersmit Roxane ; Ulysses und Nausicaa; Jupiter undThetis; Aeneas und Acacha im Wald vonCarthago(Bilder, die sich meistens in Parma befinden sollten);dann eine H. Cacilia für den Cardinal Bernis; einenin Juno's Armen schlafenden Jupiter für den PrinzNiclaus von Gallizin u. s. f. Eine kurze Weilegieng er nach Venedig , wo aber selbst die Meister-stücke der dortigen Schule, neben der römischen ihmkeinen Geschmack abgewinnen konnten. Nach einPaar Monaten kehrte er in sein geliebtes Rom zu-rück. In 1770. kam er/wie er glaubte ebenfallsbloß auf kurze Zeit) nach Paris , wo er indessen,theils an dem vormaligen Minister Tillot vonParma, der sich nun ebenfalls dort aufhielt, theilsan dem Herzog von Nivernois so zarte und groß-müthige Gönner fand, die ihn nicht mehr entlassenwollten. Für diesen malte er, nebe» Anderm:Achill, dein man die Briseis entreißt; den AbschiedHectors von Andromache ; Cornelia die Mutter derGracchen; Herminia in Clorinde's Waffenrüstung;für jenen: Telcmach und Thermosiris Für denAbt Veri (zu Mailand ?) Caracalla, der seinenGeta, in den Armen ihrer Mutter Julia, tödtet.Mehreres für seinen Freund, Dierescns, zu Ant­ werpen , u. s. f. Sein letztes Bild, dessen er inseiner erwähnten Selbstbiographie selbst gedenkt,war eine Eva, in 1790. gemalt. In 177-2 wardihm der eine seiner Gönner (Tillot) durch den Todentrissen. In 1780. stellte er sich in Reihe undGlieder um in die Akademie aufgenommen zu wer-den, wurde aber abgewiesen. Unter seine zuver-läßigsten Freunde in Paris zahlte er den BildhauerDejoux,der seinen großen Werth selbst weitweniger, als den von andern kannte". Um 1798.starb auch sein zweyter Mäcen, Mancini Nwernois. An ihm verlor ich" (sagt er am Schlüsse)einenVater, Wohlthäter und Freund". Unser Künstlerüberlebte ihn selbst nicht lange- Er starb zu Paris 1799. und war, wenn wir andern Nachrichten(Baue! glauben sollen, vor seinem Ende noch ingroße Dürftigkeit gerathen. Es ist bemcrkenswerth,daß Fiorillo desselben, unsers Wissens, nirgendsweder unter der italienischen, noch unter der fran­ zösischen Schule Erwähnung thut. Gestochen nachihm kennt einzig der Winklersche Katalog einschönes Blatt: Den obgenannrcn in Juno's Armenentschlafenden Vater der Götter (nach dem XI V.Buche der Jlias) von W. Ph Benvist.

Julien, (L.) So nennt der Katalog vonBrandes einen Kupferstecher, von dem er einschönes punktirkes Blatt: l'ktuüe repanä clo8kleurs 8ur le 1'em8, kenne.

* (Peter), der erste aller neuernfranzös. Bildhauer, geb. 1721. zu St. Poulien(Depart. der Ober-Loire ) lernte die ersten Anfangs-gründe seiner Kunst bc» Samuel, einem Bildhauerund Vergoldet- zu Puy, und vervollkommnete sichnachwerts unter der Leitung des Bildhauers undLyoner-Stadt-Architeklen Bcrache. Dort gewanner bereits einen Preis. Hierauf gieng er nachParis zu W. Coustoux, wo er zehn Jahre dieAkademie besuchte, und erst im I. 1766. ebenfallsum den Preis rang, den er auch durch ein Bas-relief erhielt, das den Römer Cabinus vorstellt,der den Vestalincn seinen Wage» leiht, um deneinbrechenden Galliern zu entrinnen, und nochgegenwärtig im Hause der Madmois Guimard zuPantin zu sehen ist. Bald übertraf er seinen Lehrer,und überhaupt die damaligen französischen Bild-hauer durch seinen einfachern und ediern Styl inZeichnung und Ausdruck. Im 1 .1768. gieng ernach Rom , wo er sich vier Jahre aufemhielt. Dort