Band 
Zweyter Theil [2].
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1031
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P armen si s.

Darstellungen verfertigte. Seine Hauptwerke sind:Eine Altartafel in einer Kirche zu Hüll; ein an-dres Bild (Moses, der die Gesetztafeln empfangt)in St. Peters zu Lands; Einiges im Erdgeschoßzn Worksop, und die Geschichte des Endymionund der Diana im Gilderhause der Maler zu BittleTrinik» Laue- In 1721. kehrte er nach London zurück, in der Hoffnung nach Laguerre's Todemehr Aufträge zu erhalten, starb aber ohne Glücks-güker bekanntlich r/äo. als er eben im Begriffestand, nach Amsterdam zu reisen. Fiorillo V. 14Z.5-20. Nach ihm haben: Baudran das BildnißSt. Evremonts, P. van Gunst Ebendasselbe, undI. Gole dasjenige des Architekts D. Marot ge-stochen. Auch finden wir irgendwo ein Blatt:Plan äu Eombst äs Vsrme (r/ZH.) mit demNamen: jac-quos parmsntier bezeichnet.

* parmensis, s. gleich oben die Art. Parma (da-, und unten: parmese.

parmentier ( ), der Blumenmaler zu

Paris , hieß Dionysius, und si. 1672. 6a«/t

äs

( ) ein französischer Kupferstecher

des XVIII. Jahrh-, welcher nach den berühmtenEchreibmeistern Rossignol und Roland Vorschrif-ten herausgegeben hat, die sehr schön genanntwerden. Breitkopfs (Fesch d. Schreibet,herausgeg. v. Roch S. 43. Vielleicht ist erEine Person mit demjenigen, den wir in künf-tigen Zusätzen als le parmantier und Landkar -tcnstecher angeben werden.

* parmese oder parmensis (Peter An-ton). So heißt ein uns sonst unbekannter Künst-ler , nach welchem Bolswcrt eine Fortuna gesto-chen hat, und dessen auch das Lcx. unter demArt. parmeggiano beyläufig Erwähnung thut.

parmier ( ), Bildhauer zu Dijon , ward

in 1606. zum Professor der Sculptur an der dor-tigen Zeichenschule ernannt. il^c.

* parmigian 0 lFabritius). Lanzi I. 466.vergleicht ihn mit Match. Brill, und II. 357 -sagk er von ihm:Mit seiner Gattin Hippoliradurchzog er ganz Italien , und arbeitete dort fürGalerie», bis sie endlich nach Rom kamen, woseine mit Einsiedlern staffirten Landschaftsbilderauch einige Kirchen zierten. Sein Styl war mehridealisch als wahr, aber dabey geistreich undfleißig."

*parodi (Dominicus), geb. 1668. SeinVater führte ihn sehr jung nach Venedig , wo ersich nicht nur auf die Malerei), sondern auch aufSculptur und Baukunst, doch am meisten auf dieerstre legte. Seine Talente entwickelte er dortvorzüglich unter Geb. Bombclli, und verfertigtemehrere Bilder, die mit allgemeinem Beyfall auf-genommen wurden. Noch finden sich aus dieserZeit von ihm trefliche Eopien nach Meisterstückender venetianischcn Schule im Pallaste Durazzo zuGenua . Man machte ihm daher auch die vor-theilhaftesien Anträge, um ihn zu Venedig zu be-halten , die er aber alle ausschlug, weil er sichnach Rom sehnte. Hier vervollkommnete er sichdurch das Studium der großen Vorbilder so sehr,daß er in kurzer Zeit auch die Aufmerksamkeit desdortigen Publikums sowohl als seiner Kunstge-nosscn, besonders Carl Maratti's, auf sich zog.Nach seiner Rückkehr ins Vaterland stellte er zu-erst eine Altartafel in St. Benedikt auf, welcheihm eine Bestellung nach der andern verschaffte.Neben Anderin malte er dann in dem Saal desUntern Raths sechs Figuren Grau in Grau, wel-che wie wirklicher Marmor erscheinen. Zu denbedeutendesten seiner fast zahllosen Werke in genue-sischen Kirchen und Pallästen gehören sein St.Franzisc de Sales in St. Philippo Neri, unddie Trinita mit St. Stephanus und Leonardusin St. Vergine delle Vigne. Auch für die Höfevon Toscana, Spanien u. s. f. mußte er die Mengesowohl Geschichtliches als Bildnisse verfertigen, die

Parolini. rozr

ihm sehr gut bezahlt wurden. ^ Zu seinen Meister-stücken in der Sculptur hiernächst zählt man diebeyden Statuen (der göttlichen Liebe und Sanft-muth) in St. Philippo zu Genua ; vier andre imKönigl. Schlosse, welche vier Senatoren (Gri-maldi, Raggi, Saoli und Odone» vorstellen;im Auslande einen Adonis und eine Ariadne imGarten des Prinzen Eugens zu Wien u. s. f. Vonseinen vielen Bauten, so wie von seinen übrigenKunstwerken giebt Rarri die beßte Nachricht. Fio-rillo II. Yi 5 -i 8 . Bey Lanzi II. 2 536Z7.dann heißt es von ihm als Maler:Sich selbstminder gleich als sein Mitbürger P. P. H. Piola,genoß er doch höherer Achtung, weil er ein grös-seres Genie, mehr wissenschaftliche sowohl als Kunst-kenntnisse besaß, in der Zeichnung nach den Altenstärker, und sein Pinsel zur Nachahmung jedwedenStyls gelenkiger war. Sein schon oben erwähn-ter St. Franzisc de Sales heißt hier, ganz Ma-ratteschisch, so wie er andremale bald wie einLintorett und Caiiari erschien. Für sein geprie-senes Werk indessen, und das zu Genua in die-ser Gattung nicht seinesgleichen haben soll, zähltman den Saal im Pallas! Negroni, den auchMengs, der vorher den Künstler nur nicht demNamen nach kannte, aufs Höchste bewunderte.Poesie der Erfindung, schöne Ausspendung derGruppen, richtige Zeichnung, Stärke und An-muth des Colorits Alles daran ist loben^werth.Das Ganze hat den Prciß des erwähnten Hauseszum Ziel, und kaum ist noch eines durch die Kunstedler verherrlichet worden; Klugheit, Mäßigungu. a. Tugenden schwebe» über dem Wappenschilde.Herkules der Löwenbändiger, und Achilles vonChiron unterrichtet, deuten auf die Ehre, den dieFamilie sich durch Waffen und Wissenschaft errungenhat. Mehrere Bildnisse kommen darin vor. AlleTheile sind, mit der größten Mannigfaltigkeit,dennoch zu schöner Einheit verbunden" u. s. f.

* parodi (Joh. Baptist), nach Lanzi (II. 2.237.) des Dominicus Bruder, doch nicht seinSchüler, st. 1700. 56 . I. alt. Derselbe (heißtes dort) war ebenfalls der venetianischcn Schulezugethan, ein frischer, hurtiger, erfindungsreicher,und im Colorit glänzender Maler, der aber nichtimmer die beßte Wahl zu treffen wußte, und über-haupt nicht zu den Vordersten gehörte.

* (Octavius) lebte noch 1718. LanziII. 4 ?»- nennt ihn Andrea's Lanzani's beßten Schü-ler. Derselbe hielt sich eine geraume Zeit zu Rom auf.

* (Pellegrin), des Dominicus Sohn,lebte noch 176g. Lanzi II. 2. 537 - Nach ihm hatCarpinetti das Bildniß des Marquis von Pombal,und C. Gregori dasjenige des Doge Spinola ge-stochen.

* (Philipp)- Rarti setzt sein Geburts-jahr in 16Z0.

* parolini (Jacob Philipp). Nach Baruf-faldi starb er 1753. gegen 70. I. alt. Derselbelernte zuerst bey dem Cavalier Pcruzzini zu Turin ,späterhin bey Cigna»« in Bologna . Dort befander sich bey dem Tod seines Freundes Scannevini,und vollendete einige Werke desselben zum Beßtenseiner Waisen. Cignanescische Feinheit hatte ereben nicht; dennoch behauptete er die Ehre dieserseiner zweyten Schule durch eine zierliche Zeich-nung , durch gute und reiche Composition und sehrschönes Colorit, in der Carnaiion besonders Auchführte er darum gerne Nacktes in seine Bilderein, und vorzüglich Kinder; woraus man ihn be-sonders erkennen kann. Seine Bacchanale, Alba-nescische Rundtänze und übrige Capricci findensich häufig in Ferrara , und auch im Auslande.Einige dergleichen soll er selbst geätzt haben. Vonseinen Bildern rühmt man hauptsächlich eines inder Cintura (?) zu Ferrara , worin er die H. Jung-frau bald mit allen HH. des Augustiner -Ordensdarstellte, das von A Bolzoni gestochen ist; danndrey Tafeln im Dom, und vor allen das eben so