Band 
Zweyter Theil [3].
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bestätigt, daß man darauf Verbesserungen bemerkt, greift,chcr Kalte Ramdohr 183) kürzer und bün-die dem Künstler erst wahrend der Arbeit eingesal- diger als beyde (aber bloß nach den Stichen)len sind (pknrimcnti), was bey keinem der übri- Füßlr (1798.) 184); unstreitig aber am Darstel-gen der Fall ist. 179) lendsten Landon 185), und, ungefehr in demsel-

Die Geschichte des klassischen Bildes der Ver- bcn Sinne, doch mit noch mehrerm Scharfblick,klarung dann ist kurz diese. Ursprünglich wurde der Verfasser des Manuel du Musee F'ran-daffclbe für den Kardinal Julius von Medicis , ^ais i86). Diese letztere geben wir fast buchstab-nachherigen Papst Clemens VII. gemalt, der es lich, wie folgt:Man hat diesem Meisterstückezu einem Altarblatt der Hauptkirche seines Erz- der neuern Malerkunst immerhin vorgeworfen, daßbisthums Narbonne bestimmt hakte. Da aber Ra- solches im Grunde zwey Bilder, eines über deinphael dasselbe nicht ganz vollendet hinterließ, blieb andern gestellt, enthalte 137); und in der Thates in Rom zurück, und wurde ebenfalls von er- hat es einiger Auslegung nöthig, vm es zu »er-wähntem Kardinal nach Pietro Montorio vergäbet, stehen. Da Raphael die Verklarung, somit eineund dort als Altarblatt aufgestellt, von wo es end- geheimnißvolle Szene schildern wollte, mußte erlich, nach fast drey vollen Jahrhunderten, als so viel Schwierigkeit finden, das Licht auf LaborKunsteroberung nach Frankreich gelangte. Ver- zu malen, als es schwierig ist, solches zu begreifen,düngen wurde dasselbe für 65Z. Dueati d'Oro di Daher näherte er in der Zusammensetzung Alles,Camera, von welchen (wie wir eine Archivalnotizz was seinen Gegenstand geschichtlicher machen konnte,aus St. Maria Novelle zu Floren;, bey Borrari wo man, wahrend Christi Abwesenheit seinen Schü-verstehen) Jul. Romano, »ach Raphaels Tode, lern, die unken am Berg geblieben waren, einen(1Z22.) noch 224. bezog 180). vasäri erzählt im vom bösen Geiste besessenen Knaben zuführt, jeneLeben des Sebastian detpiombo, daß eine Aus- aber antworten: »An uns steht es nicht, Teufelerweckung Lazarj dieses letztern (welche zum Theil zu beschwören, sondern an dem der höher ist alsnach M. Angelo's Zeichnung, und unter dessen wir"! und sie weisen auf diesen. Damit nun wirdAussicht, aus einer Art Eifersucht auf Ganzio's der untere Theil des Bildes mit dem obern voll-überwiegenden Ruf entstand) zugleich mit der Ver- kommen vereint. Allerdings darf man nur mit re-klarung in dem Versnmmlungssaale bes Consistoriums kigiöser Verehrung nicht die Critik, aber dochaufgestellt wurde, und zwar, als ein treffliches die Zergliederung eines Werkes wagen, das anBild (das sich gegenwärtig in dem Kabinet Anger- der Spitze, oder vielmehr außer den Schrankenstein zu London befindet) ebenfalls großes Lob er- vollkommener Kunst steht, im Einzelnen über alleshielt; doch so, daß der Preist höherer Anmuth Lob erhöhet ist, und im Ganzen das summarischeund Schönheit immerhin dem Raphaelischen Werke Urtheil uns abnökhigt, daß es erhaben sey, in derzuerkannt wurde 181). Schon zu vasan s Zeiten Compvsikion zumal, die zugleich einfach ist, undwar dasselbe merklich nachgedunkelt, und Borrari doch Alles sagt, was sie sagen soll, und überhaupt jedenennt es (1759.) in den Hintergründen ganz, und Schönheit vereinigt, die schon einzeln hinreichenüberall gleich schwarz. Um 1760. fertigte St. würde, um ein Meisterstück auszumachen. VorderstPozzo eine Copie davon, nach welcher es für St. ist die Zeichnung desselben von einer solchen Rein-Peter in Mosaik gebracht wurde. Sein jetziger heit und Vollendung, baß jeder Theil insbesondersZustand ist uns unbekannt. Aus den neuesten Be- zu einem langen Studium dienen kann. Dannschreibnngen desselben von den zuverlässigsten. Fran- hat der Ausdruck jedes Kopfs einen von bcn übri-zösischen Kunsirichtern sollten wir entweder das gen so unterschiedenen Charakter, baß sie Alle hi-Beßte (somit eine merkliche Uebertreibung der Klage stvrische Bildnisse nach auserlesenen Mustern zuvon Botrart, welche freylich schon früher Richard- seyn scheinen. Der Farbenton hiernächst ist in ge-son, und späther Ramdohr, doch nicht in solchem doppeltem Sinne mit großem Bedacht überlegt;Maaße geführt haben) oder hinwieder das Aergste schon als eigentliches Colorit von höchster Stärke;jüngerer Restaurationen vermuthen. Immerhin bann aber befinden sich, als geschichtliche Farbe,

mochte auch das wenig vortheilhaste Lokal in Rom , wenn wir so reden dürfen, zwey Hauptlichtcr in

auf welches namentlich der letztgenannte Deutsche dem Bilde. Schon zu Raphaels Zeiten stritt man

deutet, sehr Vieles zu den ältern Rügen bcygetra- sich, ob dasjenige, das vom Labor ausgeht, ein

gen haben. Wohl das Znverlaßigste hierüber er- natürliches, oder geschaffenes (wunderbares) sey;fahren wir bald unten von Mcngs. Eine ausführ- und doch giebt der Künstler selbst schon genugsamliche Beschreibung des Ganzen dann gab zuerst Ri- zu verstehen, daß es ein anderes als das Tageslichtchardson 182); späterhin (1787-) mit fast unbe- seyn muß, da nämlich der untere Theil des Gan-

179) Ein Stich nach dem unsrigen dürfte vielleicht einzig derjenige seyn, welchen Hugo da Carp!(-4" hoch, 10"breit) schön in Helldunkel, ohne beygesetzten Namen gefertigt hat, und von welchem es bey Heinecke undwinkler wenigstens auch ausdrücklich heißt, daß St. Johann die rechte Hand in die Höhe hebe.

>8°) In den Wettere pittoricke IV. z. findet sich ein ungemein naiver Brief des Grafen Castiglione an denerwähnten Kardinal, dat. 22. Mai. ,522., worin er denselben, im Namen seines Freundes Julius bittet,diese Restanz (jedoch ohne Benennung der Summe), wo nicht, weil die Zeiten eben schlimm seyen, ge-rade jtzt, doch in sechs, acht, höchstens zehn Monathen demselben zu entrichten, da er solche z»r Heimsteuereiner erwachsenen Schwester bedürfe, und sonst der junge Mensch, der sie nehmen will, leicht andern Sin-nes werden könnte.

181) Noch eine andere Notiz; belehrt uns, daß der Kardinal Julius dieses Bild des Piombo ebenfalls ansich gebracht, und, statt des Raphclischen, nach Narbonne gesandt habe. Von da kam es in die GallerieOrleans , und aus dieser in neuern Tagen an den Dritten, Angerstein.

-82) III. 6-z26.

>8Z) III. Z2ZZo.

>84) I. 11522.

>85) Annal. ill. Nr. 67.

-86 c»Ii. IV. I 4 o. i.

-87) Diesen bekannten großen Streit um das Geißhaar führten in ältern Tagen zuerst, als Ankläger, Ri-chards»,, (l. c.) nach seiner Weise weitschichtig; in neuern: Falconet (IV. 27574.) bübisch; Ramdohr(l. c.) seiner eigenen Meinung unsicherer; kürzer und bescheidener I. R. Füßli,(l. c.). Die Verthei-digung hinwieder übernahm, sehr ausführlich, Rutger in einem Sendschreiben an die beyden Richardsonst>. c. 72054.); kürzer, aber nachdrücklicher, der Londncr, H. Füfili (Bruder des Wieners I. R.) inseiner dritten Vorlesung in der Londner-Akademie. (Lonk. Fjorillo I. 104 5. und Benito paydo di Fftguerra über die Lransfiguration, a. d. Spanischen von F. Greuhm. Berl. 806.)