Taunay.
«eich, und mit Geschmack dargeflM; die Figurengeistvoll und gut gezeichnet, und das Colorit har-monieuse. Doch scheint er mir dies Jahr etwasungleich zu seyn. Seine Rückkehr von der Hoch-zeit ist nicht vollendet genug; seine Figuren sindzu lang/ sie stehen eine über der andern/ undermangeln der Luft. Auch weiß man nicht recht/was Landes die Scene ist; das Costum ist zugleichItaliänisch , Spanisch und Französisch. Die Ab-reise des verschwendrischen Sohnes dann ist einschönes Bild; nur die vorderste Figur ist ein wenigtrocken, und thut wenig Wirkung. Der Berg imHintergrund weicht nicht genug zurück, und die Ar-chitektur-Staffirung ist zu plump. Sein Vafrinnach Laßo ist mit Feinheit gemalt, und, derMenge Figuren ungeachtet, erkennt man die Haupt-personen, und kurz die Handlung sehr gut. Voneiner ganz andern Gattung wieder ist seine GroßeKarthause ( 1 . c. im Umrisse nachgebildet) Manfaßt das Detail sehr gut, und verirrt sich bey-nahe in der weiten Einöde; vielleicht dürfte esweniger trocken, und an einigen Stellen mindergraulicht seyn. Die Mönchen sind sehr gut ge-malt; ihre natürlich ausgedruckten verschiedenenBeschäftigungen geben diesem reihenden BildeLeben und Bewegung. Der Baum im Vorgrundist von schöner Form, und der Localton reichund helle. Hätte aber nicht der Künstler einenStandpunkt wählen sollen, wo man mehr vonder dortigen Wüste erblickt hätte*)? Sein Beß-res indessen anf diesem Salon war sein eben sowohl componirter als in dem beßten Styl ge-malter, predigender Einsiedler. Man glaubt denschönen, salbungsvollen Greisen sprechen zu hören,und die ganze Wirkung zu ahnden, die er aufsein Auditorium »nacht. Dabey ist das Bild vonwahrer, harmonieuser Farbe, und lieblicher Toc-cirung, so daß es nicht anders, als den Rufdes H. Taunay erhöhen kann". — Handzeichnunrgen von unserm Künstler besaß noch 1810. H.Morel de Vindö zu Paris , aus dem Kunstuach-lasse seines Oheims, Paignon de Dijonval; soz. B. vier Mannspersonen des italienischen Thea-ters, welche, jeder nach seiner Weise, einer ko-ketten Jsabell ihre Leidenschaft schildern, mitder Feder in Aquarell ausgemalt; dann zweyLandschaften in Gouache. Auch der Oatalo^ueile 'Csblsaux, Ussiins etc. cls M'co/. /?eüer,Lasle 180g. 8°. p. ü 5 .führt von unserm Künstlerzwey auf Holz gemalte Landschaften (21" hoch,27" breit) an. Die eine, unter dem Namen derBeobachter (durch Kupferstich?) bekannt, warreich und malerisch angeordnet; der Pendant zeigteinen Wasserfall mit der Geschichte von Daphnisund Chloe aus t^eßuer. Gestochen nach ihm ken-nen wir etliche Blatter für eine Prachtausgabevon Paul und Virginie.(i8ü2); dann eines fürdiejenige von Racine (i8og.), nämlich dessenPlaideur; eine Folge von vieren, weiche De-courtis zu Paris für eigenen Verlag, gefärbt,in Kupfer gebracht; dieselben stellen allerleyVolkslustbarbeiten, Hochzeiten, Tänze, Zän-kerey'en und Marktschreycr vor. Sie sind betitelt:1 .» llixe ; Xoce cle Villsxe (hier hat derSchriftstecher den Namen Darumr, in 7 cm»«!/»erstochen); kol>-e <le Vills^s (schön); der Titeldes Vierten ist uns entfallen. Sonderbar aber,im: Almanach üe Oommerce ?ariz 1811.erscheint unser Künstler nicht mehr; dann aberwieder 18rH. als Präsident der Jnstituts-Klasseder Schönen Künste, bey der damaligen Preis-austheilung. Unter den Werken des Salons ebendieses Jahrs werden dann von ihm selbst ange-führt: Brand eines Seehavens; die Armee derSaracenen, mit Herminia und einem Ritter vonTankred (?) im Gespräche, staffirt; dann wiederdas Figurenstaffage in einer Landschaft von vander Busch; und endlich auch Bildnisse, nebenandern das schöne von H. Ducis. Oder, ob
Taurini. rg«L
ekiva hier boli jlvey verschiedenen Künstlern die-ses Geschlechts die Rede sey? Von unsermrJiclaus hingegen ist wohl sicher die kleine Nach-bildung eines seiner Landschaftsstücke mit schönenBaumgruppen und Vieh, in Landon's§68 et 'Cableaux äs Oenre IV. 63 ., wo esüberhaupt von diesem Künstler heißt: „H. Tau-nap's Kompositionen haben einen ganz eigenenCharakter. Alles, was er berührt, weiß er znveredeln, und ihm eine besondere Grazie zu er-theilen. Noch am vorzüglichsten aber zeigt ersich an Gegenständen, wobey er sentimentale Auf-tritte anbringen kann, meist mit vielen Figuren,ungefähr von der Größe derjenigen von Berghem,Ostade (?) und Wouvermans; seine Effekte-sindmit viel Freyheit angedeutet, die Massen breitund entschieden, die Toccirung weich und geist-voll. Obgleich seine Bilder fast lauter Praktikerscheinen, d. h. ohne seine Modelle vor Augenzu haben, kündigen sie doch sofort einen beoäch-tendcn Künstler an, der vom Gefühl der Naturdurchdrungen ist, und sich mit seinen Reminis-cenzen vollkommen behelfen kann". S. anch un-ten Tounay.
*Taunap( ). Diese Kupferstechers desLex. hieß R .f. Nach Andern /. R. RächBasan (Lst. sec.) geb. zu Paris , und Schülerinvon Dupuis. Was sie nach Cochin gestochen,waren Kinderscenen. Dann aber nennt eine un-serer Handschriften von ihr noch: Umgebungen vonRom und Florenz , nach Widenhaver
— " ( ), der junge, ob ein Sohn des obi-
ge» ssli'claus, ist uns unbekannt. Derselbe erscheintunsers Wissens zum erstenmal im -zimansck ciesLenux-^rts l 8 o 3 . als Sculpteur bey der Por-zelan-Manufaktur zu Sevres , und ist ohne Zwei-fel derselbe, der späterhin (1810.) mit 20. An-dern an den Basreliefs des Stamms der Colonneder Großen Armee, nach der Zeichnung von Ber-geret mitarbeiten half; und dann wieder im ^l-niansch üs Eommerce 1811. ohne Weiteres,unter den damals zu Paris lebenden Bildhauerngenannt wird.
Tavolini (Pctroni'us), ein Bildhauer undMitglied der Akademia Clementina zn Bologna .Man siehet von ihm daselbst verschiedene öffent-liche Kunstwerke. A 7 -c.
Taurel ( ). So heißt beyFisrillolll. 537.
ohne Weiteres, ein geschickter Französischer Land-schaftsmaler aus der zweyten Hälfte des XVIII.Jahrhunderts. Der ^lmsnacü lies Keaux-/Irtsi8«Z. nennt ihn unter den noch damals zu Paris wohnenden Künstlern, als Scemaler. Nach sei-ner Zeichnung, von Paris und Dequevauvillers,Vater, gestochen, finden sich im 33 . u. 3 g. Heftedes Museum Napoleon ein Seehaven und ein Schiff-bruch, beyde von Veruet; dann eine Neapolita-nische Marine von ihin, im Kleinen nachgebildet,
in /.anstatt'- I?a^8a§68 et Bableaux cle Oenre
IV. 25. Dort heißt es von ihn», er habe sichlange in Italien aufgehalten , und von seinen Rei-sen ein interessantes Portefeuille nach Haus ge-bracht. Im /Vmansoü cis Lommerce 1811.erscheint er nicht mehr. Um 1808. mochte ernoch gelebt haben.
* Taurianns, s. Turranus.
* Taurini (Richard). Nicht Taurigm, wiees bey Heinecke l ll. 122. irrig heißt. So ge-schickt dieser Künstler war, so wild und auffah-rend war er auch von Gemüthe. In Padua hatteer große Streitigkeiten. Man bewahrt hand-schriftlich noch eine lustige Relation über unfernRichard (der nach der Mitte des XVl. Jahr,Hunderts blühte) in der Bibliothek des KlostersSt. Justin« zu Padua . Sie ist betitelt: Lsxo-
Wir denke»: Nein l