Band 
Zweyter Theil [4].
Seite
2077
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Veneziano.

denen Malvafia ihn vergleichen will, nachgesetzt.Vielmehr zeige derselbe noch die Kindheit derKunst, in der Zeichnung sowohl als im Ausdru-cke und den gezwungenen Bewegungen, welchenicht selten Lachen erregen, da wo der Künstler unsweinen machen will. Auch von der GivttischenSchule war er weit entfernt, die sich hingegendurch Ernst, gesetztes Wesen, bisweilen Kälte,kurz durch etwas statüenmäßiges (statuma, wieder Guida Bolognese sie nennt) auszeichnete.

veneziano oder da venezia (I.. V.)In einem Frankfurter-Gantkatalog von i 8 i 3 wirddiese, auf einer schönen und seltenen Folge von 8Blattern antiker Vasen (mit: ex romanjs gnti-gultgtibus bezeichnet) befindliche Chiffer

(denn doch ziemlich aufs Gerathewohl hin) mit:Lor-tNLo /^erretnx erklärt.

* (Paul). Nach Zanetti war

derselbe der erste Venezianische Maler, dessen Na-men man auf seinen Bildern unzweydeukig aus-gedrückt findet. ^ Jenes in mehrern Abtheilungenenthaltene Gemälde in St. Marco zu Venedig ,dessen das Lex. gedenkt, stellt den Leichnam Christimit verschiedenen Aposteln, nebst noch Anderm ausden Evangelischen Geschichten dar, und ist mit:/hmirrx, cum Aacoüo et Aoüamre siliis, kecitboc opns bezeichnet.In demselben" (heißt esbey Lanzi (kll. ter?. III. n.)erscheint unserPaul als ein für sein Zeitalter nicht unbedeutenderKünstler, wenn gleich trocken in der Zeichnung,und in der Gleichförmigkeit der Gesichtsbildungen ,und in unnatürlichen Bewegungen noch mehr grä-cisirend, als es die bessern Nachfolger des Giorkoin der damaligen Zeit waren. Noch ein anderesfrüheres Bild des Unsrigen, als dasjenige, wofürihm (nach Zanetti) in 20 Zccchinen bezahltwurden, will man in der Sakcistey der Conven-,tualen de PP. Conventuali di Vicenza finden, wel-ches mit 1333 . Äe /"enetift pinxit, bezeich-

net sey.

* (Polydor ), s. im Lexikonund oben Lanzani, unter welchen Namen er ei-gentlich gehört. Hier holen wir das dort (ebenwegen so vielen Namensverwirrungen) Versäumtenach. Lanzi (Lll. ter?.) III. 116. führt ihn8. v. /'o/r'äor-o auf, und nennt ihn einen schwa-chen, handwerksmäßigen Schüler von Tizian , derdie Boutiquen mit seinen Heiligenbildern erfüllte.Doch sehe man hier und dort von ihm etwas Gu-tes , wie z. B. bey den Servilen zu Venedig . Hin-wieder nennt Fiorillo II. ing. (ebenfalls s. v.polidoro) von ihm, als sein Beßtes: Die Ans-gießung des H. Geistes, in der Schule dieses Na-mens , und eine Auferstehung in St. Clara zu Mu-räne. Er starb 5 o I. alt r 565 . Auch in Deutsch­ land (er hatte es wohl dem Namen seiner Schulezu danken) sieht man von ihm, in der Galleriezu Wien : Eine H. Familie in einer Landschaft,wo ein Engel die H. Jungfrau mit einem Blumen-kränze schmückt, ganze Figuren, halb lebensgroß;dann eine andre Madonna unter den Bäumen,mir dem Kind auf dem Schooß, vor ihr knieenSt. Clara und St. Niclaus, der dem Kind seinen Bischofsstab darreicht; in der Ferne ein Mecr-haven, am Fuß hoher Gebirge, ganze Figuren,viertel - lebensgroß, (dies aus der Brüßlcr-Ga-lerie); endlich, von gleichem Maaße, wieder Ma-donna mit dem Kinde, das St. Calharinen denTrauring ansteckt; zur Linken die HH. Hierony-mus, Auqustin und Franciscus; im Hintergründeeine Landschaft mit Ruinen. Dann in der Galeriezu München : Ebenfalls eine H. Familie, woMadonna das Kind Sr. Magdalenen überreicht,und hinwieder ein Mann ein kleines Kind demSr. Joseph vorstellt; und St. Catharinen mitdem Kinde, den y. Andreas mit dem Kreuze zurSeite (beyde Bilder ln ganzen, doch nicht lebens-großen Figuren). Gestochen theils obige, theils

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andere HH. Famlien, welche alle einst in der Brüs-seler-Galerie befindlich waren, haben Lilebethiusund I. Lroyen; die Verlobung der H. CatharinaR. Sadeler (Vener. i 5 gg.), ein artiges Blakt;und wieder I. Troyen sowohl als Premier (diesergeschabt) Judith mit dem Haupte des Holofernes,wie es irgendwo heißt, aus der Wiener-Galerie,wenn gleich von Mecheln dessen keine Erwäh-nung thut.

veneziano od. davenezia (FraSanto),ein Kapuziner, malte in den Kirchen und Klösternseines Ordens im Venezianischen . Näheres ist unsnichts von ihm bekannt, /.aurtt. terr. III. 2^2.not. a.

* venghi (Leonh.) s. L. M. de vegni obenund im Lexikon.

venghier ( ), ein Französischer Ma-

ler, arbeitete zu Genua , wo man einige in Oel gemalte Bilder im dortigen Refectorio der Jesui­ ten demselben, wiewohl irrig, zuschreibt. Beydiesem Art. in handschriftlichen Zusätzen meinessel. Vaters liest man, sonderbar:soll heißen:Lastiglione. L. II. p. ZZo."

* vengoyen, s. van der Gox>en im Lex.,oben und künftig.

venhuys (Johann ten), Churfürst!. Bran-denburgischer Ingenieur um 1658, starb zu Ber­ lin il)6i. Derselbe hatte an dem Bau der dorti-gen Festungswerke Antheil. zJic 0 lai rJ. Nachr.E. O7.

veniar (M.). So hieß ein junger Künstlervom sechsten Arrondissement des Französ . Reichs,der in 1808 (damals r6 Jahr alt) von dem Con-servatoire des Arks et Metiers z» Paris , für eineZeichnung (von Maschinen oder Figuren?) die so-genannte Mention honorable erhielt.

* venier (Michel Angelus), lebte, zufolgedes Brandolese, im XV 11 I. Jahrhundert.

(Peter), ein uns bisher unbekannterMaler von Udine , starb in hohem Alter i/Z/.Derselbe erwarb sich, als Oelmaler, Ruf durchBilder, die man in seiner Vaterstadt findet; undvielleicht noch mehrern als Frescaute, wo er sichbesonders an einem Gewölbe in der Kirche St.Jacob daselbst auszeichnete, /.arr-st LcÜ2. terr:.111. 27Z.

veniers (Benedict). So hieß ein um i 556zu Verona blühender Ingenieur und Feldmesser.Mrc.

venino (Carl). Von einem solchen führtein Gantkata og Handzeichnungen (Landschaftenund Geschichte) an, die theils mit schwarzer Krei-de, theils mit Tusch, auf Pergament ausgeführtwaren.

venizer, s. Fennizer oben in diesen Zu-sätzen.

venne oder wenne (Abraham van der).Weine schreibt er sich selbst. Von ihm gestochenkennt man ein mittelmäßiges Bildniß des PererDalkenier, nach der Zeichnung von M. Merlan.Anderwärts heißt es, er habe (Fol. Rotterdami 63 Z) die Thierfabeln des Perret gestochen (copirt?)Und endlich finden wir von ihm so even in Leti's"Teatro IZel^ico 1. I. iol. /Lmsteloll. i6go (wasfreylich auf ein hohes Alter deutet) von mittelmä-ßiger Kunst, ein Bildniß des Hugo Grorius. S.auch den folgenden Artikel.

* (Adrian van der). Von ei-ner angesehenen Familie entiprosscn, wurde er sehrjung nach Leyden geschickt, um dort ganz Anderesals die Kunst zu treiben. Das Lateinische machteihm Lust die Dichter zu lesen, und diese erweckten

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