Wolf (Loser Leo), Kupferstecher zu Hamburg ,geboren zu Altstrelitz 1781, Schüler von WolfgangSchwarz in Nürnberg , arbeitete eine Zeit langfür die dortige Frauenholzische Kunsthandlung,hernach in Alton«. Von ihm kennt man verschie-dene Bildnisse, z. B. Napoleons , des Großher-zogs von Berg, der Schauspielerin Karoline Lip-pe« u. s. w. Dann Hamburgische Ansichten, zuden dortigen Unkerhaltungsblättern 1806 u. 1807.Dieser Künstler lebte noch zu Hamburg um 1809.LNeusel III. Irgendwo lesen wir noch über ihn:„Er hat, wie es heißt, nach einem Gemälde vonHuck (was sich auf der Hamburger-Stadtbiblio-thek befindet) ein ähnliches Bildniß Klopstocksgestochen, was, nebst einer kleinen dazu gehörigenDenkschrift, bei) Campe zu Hamburg erschien." —Wir haben Mehreres von ihm gesehen; so z. B.in dem Moralischen Taschenbuchs von Hezel. Ham burg i8ng die beyden Litelkupfer nach Micheliszu den in Quedlinburg verlebten Taschenbüchern:Unglücksgeschichten bey schändlichen und wildenKinderspielen, von M. F- L. Jacobi, und: Neuesmoralisches Erzählungsbuch u. s. f. Leider müßenwir diese feinen Arbeiten unter die jämmerlichsten(sogenannten) Kunstprodukte rechnen."
— — (Ludwig), vielleicht der Vater des fol-genden gleichnamigen Berliner-Zeichners, wird indem Berliner-Adreßkal. auf 178h als dortigerBildhauer und Vergoldet genannt.
— — — — Eeschichtszeichner zu Berlin ,geboren daselbst 1776, und dort noch lebend um1809. Derselbe wollte Anfangs Bildhauer wer-den, zeichnete und modellirte zu dem Ende, nochsehr jung, bey dem Königl. Hofbildhauer Tassaert,der aber nicht lange hernach starb. Nun zeichneteund modellirte w. zwar immer noch nach gutenModellen; aber seine Neigung zum Zeichnen histo-rischer Kompositionen gewann bald die Oberhand,so, baß er den Vorsatz, Bildhauer zu werden,gänzlich aufgab, und sich der Zeichnungskunst wied-mete. Indeß thut ihm die durch das Modellirenerlangte Kenntniß des Runden noch jetzt sehr wohl,und er räth jedem angehenden Maler oder Zeich-ner an, das Modelliren einige Zeit zu üben.Nunnuhr wurde, neben dem allgemeinen akade-mische» Unterricht, der Direktor Wilhelm Weilsein Lehrer. Diesem großen Theoretiker und ge-lehrten Künstler verdankt W. viel. Zugleich zeich-nete er unablässig auf der Akademie nach denschonen Abgüsse» der beßten Antiken, unter derLeitung des verdienstvollen, für den wahren an-tiken Styl viel zu früh verstorbenen Carstens.(Wir lassen den Künstler hier selbst reden.) „Die-ser, als liebenswürdiger Mensch und als geist-reicher Künstler gleich unvergeßliche Mann nahmsich besonders Wolfs mit wahrer Freundschaftan, und lehrte ihn nicht bloß mechanisch zeichnen,sondern entwickelte auch in ihm zuerst das Gefühlsürs-wabre Schöne und die Poesie der Kunst,ohne welche Eigenschaften des Geistes der Künst-ler sich nie über das Mechanische erheben kann.Nachdem Carstens nach Rom abgegangen war,studirte w. unablässig die Antiken, so viel dießin Berlin möglich ist, und die Natur nach leben-den Modellen, sowohl auf der Akademie, als inseiner Wohnung, und übte sich in der Compvst-tion. Weiterhin wurde ihm von Seilen der Kö-niglich Preußischen Lhierarzneyschule aufgetragen,die schönsten Hengste und Stuten auf dem Fried-rich-Wilhelms-Gestüt bey Neustadt an der Doste,zum Behuf eines Werks, welches in Querfvlioerschien, nach der Natur zu zeichnen. Dies warfür ibn eine treffliche Gelegenheit, den Bau desPferdes nach den schönsten Musteru kennen zulernen; auch studirte er zu gleicher Zeit die Ana-tomie des Pferdes unter Anleitung des Professorsder Thierarzneyschule, Naumann. Jetzt (1809)
beschäftigt er sich hauptsächlich mit Gegenständendie zur Zeitgeschichte gehören. Hierauf werdenbey Meusel III. (>67 — 68. von ihm ange-führt :
Originalzeichnungen in Lrayon.
Phaeton stürzt, von Jupiters Blitz getroffen, inden Eridanus . Mit mehrern Crayons gezeichnet,vier Fuß hoch, und viertehalb breit.
Prometheus, mit mehrern Crayons, zwey Fußhoch und anderthalb breit.
Androkles schlummernd, neben ihm sein wachen-der Löwe, anderthalb Fuß hoch, zwey breit.
Karthon's Tod, sehr reiche Composition, nachdem Ossianischen Gedicht gleichen Namens. Cou-leurte Crayons. Fünftehaib Fuß lang und dreyhoch.
Macbeth hört sein Schicksal; Hexenscene ausShakespeare's Macbeth. Auch eine reiche Com-position; drey Fuß lang, drittehalb hoch.
Schluß - Scene aus Macbeth . Ebenfalls aucheine reiche Composition, drey Fuß lang, drittehalbhoch.
Gebt dem armen Tom etwas Almosen! Seen«aus Ehakespear's König Lear , getuscht. Andert-halb Fuß hoch, und einen breit.
Schluß-Scene aus Scbiller's Räubern, ge-tuscht. Zwey Fuß sechs Zoll hoch, anderthalbFuß breit.
Scene aus Schiller's Don Carlos, Akt 5 ,Auftritt 4, getuscht. Zwölf Zoll breit, achthoch.
Albrecht Achilles , Markgraf zu Brandenburg ,erobert mit eigener Hand eine Standarte von denNürnbergern; in couleurten Crayons. Drey Fußlang, drittehalb breit. (Diese Zeichnung hat derKünstler selbst in Kupfer gestochen.)
Friedrich II. in der Bataille bey Kuners-dorf; couleurte Crayons. Ein Fuß sechs Zoll lang,achtzehn Zoll hoch. (Von Daniel Berger in Ku-pfer gestochen.)
Friedrich II. betrachtet, nebst dem vornehmstenTheil seiner Suite, in dem Dom zu Berlin denLeichnam des großen Churfürsten von Branden-brug. Getuscht, so wie das folgende. (Von F.Bolt in Kupfer gestochen). Pendant dazu:
Abschied Alexander I. , Kaisers von Rußland ,von Friedrich Wilhelm dem III., König von Preus-sen, und dessen Gemalin Louise, Königin vonPreussen, bey dem Sarge Friedrich II. (Don Boltgestochen.)
Friedrich II. auf seinem Leibpferd Conde, rei-tet im Garten seines Lustschlosses Sans-Souci beyPotsdam spazieren; in der Ferne sieht man dasSchloß. Crayon. Ungefähr zwey Fuß hoch und16 Zoll breit. (Von Meno Haas in Kupfer ge-stochen.)
Der Tod des Adonis, nach der Idylle Dionsvon Smyrna. '
Einer Menge'ausgeführter Zeichnungen nach An-tiken und nach der Natur, glaubt der Künstlernicht erwähnen zu dürfen, weil sie nur als Stu-dien zu betrachten seyen; Skizen eben so wenig,weil die gelungensten mit der Zeit ausgeführt insPublikum kommen sollen.
Einige von ihm in Kupfer geetzte Original-zeichnungen; wie z. B.
Das Leibpferd Friedrich II. , Conde genannt;für die Königl. Lhierarzneyschule. Achtzehn Zolllang und zehn breit.
Ein Paar große Hunde, welche an einen Eichen-stamm gebunden sind.