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Ehrenberg
heifsen und seine noch nicht hinlänglich beobachtete Function verlangt eineweitere Prüfung.
Ich war ehedem der Meinung, dafs der contractile Samen-Schnell-muskel im Körper der Hydcilina und ihrer Verwandten, weil ich ihn beiRotifer und seinen Verwandten nicht finden konnte, defshalb bei diesennicht existire, weil sie den Sporn als ein äufseres männliches Organ besäfsenund mithin eine andere Bildung der Zeugungsorgane als jene Spornlosenhätten. Ich habe aber später mich vielfach überzeugt, dafs die contractileBlase eben so bei den mit Sporn versehenen zweirädrigen und übrigen Rä-derthieren vorhanden ist und mithin die inneren Zeugungsorgane überein-stimmend sind.
IV.
Vom Darmkanale der Infusorien und dessen Werthe für die
Systematik.
Bei der Durchsicht und Vergleichung sämmtlicher Formen der Infuso-rien rücksichtlich der Gestalt des Darmkanals, zerfallen dieselben zuerst inzwei grofse Gruppen, welche ich bereits mit Berücksichtigung anderer ebenso abweichender und sich vereinigender Charactere, worunter der des Man-gels und Daseins der Selbstlheilung vorherrschend ist, als zwei verschiedeneKlassen festgestellt habe. Eine dieser Gruppen zeigt nämlich einen einfachenDarm, wie wir ihn bei Insecten zu sehen gewohnt sind, und hat keine Selbst-theilung. Diese bildet die Klasse der Räderthiere. Die andere Gruppezeigt entweder einen durch viele blasige Anhänge sehr ausgezeichneten Darm,oder nur jene blasigen Behälter ohne alle Spur eines sie verbindenden Dar-mes, und hat Selbsttheilung. Diese bildet die Klasse der Magenthiere.
Die Räderthiere zeigen fast immer sehr bestimmte Kauorgane unddurchgehends einen einfachen, zuweilen mit einer mittleren Strictur verse-henen Darmkanal, und es lassen sich besonders vier unterscheidende Formendes Darmkanals erkennen. Entweder 1) er ist ohne Kauorgan mit einemsehr verlängerten Schlunde und einfachem Dickdarme, wie in den GattungenIchtliydium, Chaetonotus und Enteroplea, oder 2) er besitzt Kauorgane miteinem sehr kurzen Oesophagus und einfachem Dickdarme, wie bei Hydatina