Buch 
Entwurf eines Systemes der geographischen Wissenschaften / von Julius Fröbel
Entstehung
Seite
7
JPEG-Download
 

7

Im J. 1744 legte derselbe seine ersten, in diesem Sinne bearbei-teten Charten der Pariser Akademie vor, und 1797 gab er sei-nen Atlas physique heraus. Aber schon vor ihm (vor 1727)hatte in Deutschland D. Lyser dieselbe Idee in seiner Commen-tatio de vera geographiae methodo in Anwendung gebracht undnicht unbegründete Einwürfe Haubers erregt. Der VersuchLysers scheint wenig beachtet worden zu sein; Buache aberward in der That der Begründer einer Schule. Zunächst trat(1775) in Deutschland Gatterer in seine Bahn und diesem folg-ten Schulze, Hüllmann, Stein und Zeune. In der letzten Zeithat besonders Professor Schouw in Kopenhagen dahin gestrebt,diese Methode im Einzelnen gründlicher und im Allgemeinen zueinem Systeme der reinen und natürlichen Erdkunde auszubil-den ( Specimen geographiae physicae comparativae , Hauniae 1828).

Während man so auf verschiedenen Wegen in der Auffas-sungsweise der Geographie zu reformiren suchte, blieb Büsching,welcher sich in Bezug auf die materiale Förderung des geographi-schen Wissens bekannte und begründete Verdienste erwarb , ganzin der alten Spur der politischen Geographie. Seineneue Erd-beschreibung erschien zum ersten Male von 1754 an, alsogleich nachdem Achenwall den Begriff der Statistik zu bestim-men angefangen hatte. Er, wie seine Nachfolger , haben durch-aus das politische Element in der Geographie festgehalten. Vonihm stammt in Deutschland die Schule der neuern politischenGeographen, welche jetzt von drei Gegnern der RittersehenSchule, den Anhängern der Geographie nach Naturgrenzen undden eigentlichen Statistikern so ziemlich verdrängt wordenist. Unter den deutschen Lehrbüchern gehören derselben nochan Cannabich, Gaspari, Volger und andere. Im Wesentlichenin demselben Geiste, mit vielen Verdiensten in Bezug auf das geo-graphisch-statistische Material , ist Balbi's Abrege de Geographie(Paris 1833) bearbeitet, und die nämliche Tendenz befolgt A.Hörschelmann in seinem Handbuch der Geographie (Berlin 1833).

Diese Schule hat auf jeden Fall das für sich gehabt, dassfreilich nicht ihre ganze Auffassung der Wissenschaft, aberdoch wenigstens ihre Eintheilung der Erdoberfläche ein festesPrincip das der politischen Grenze hat. Mit Recht lassen?