» " •• .3-
I
54
nach dessen totaler Incrustirung Statt gehabten Verluste an Masse herrühre; allein es zeigt sich bey näherer Betrach-tung unwiderleglich, daß dieser Verlust noch vor dem wirklichen Niederfallen oder Auffallen des Steines, und währendseines Zuges durch die Luft, durst) natürliche Absprengung und Lostrennung eines Stückes entstanden seyn müsse, in-dem die vermeintlich künstliche Bruchfläche wirklich mit wahrer, obgleich nist)t vollkommen ausgebildeter Rinde bedeckterscheint (l).
So unregelmäßig die Form dieses Steines nun auch ist, so ist doch in seiner Legränzung durch wahre Flächen, undin deren Verbindung, Ausdehnung und Richtung, der Grund-Typus zur verschoben vierseitigen Pyramide, und damitdie Aehnlichkeit mit den meisten der beschriebenen Steine deutlich genug noch ausgesprochen, und man müßte diesenStein, trotz dessen starker Abplattung und anscheinender Zurundung, nach zwey End- und vier Seitenflächen beschrei-ben , zöge man auch nur die verschiedene Beschaffenheit seiner Oberfläche und die Modiflcationen der Rinde in Betrachtung.
Die eine, bedeutend größere Endfläche, stellt ein verschobenes, aber ziemlich gleichseitiges Viereck vor, dessenEcken abgestumpft, .und mehr oder weniger zugerundet, und dessen ziemlich gerade laufende Ränder, die mit den mehroder weniger schief aufsteigenden Seitenflächen ziemlich scharfe Kanten bilden, ausgeschweift sind. Sie ist in der Mitteetwas gewölbt, sonst ziemlich flach, und durch sehr viele kleine, aber ziemlich tiefe, grubenartige Eindrücke auf eben dieArt und eben so sehr uneben, wie die Seitenflächen des zuvor beschriebenen Steines.
Drey an einander gränzende Seitenflächen sind sehr niedrig. Die eine steigt beynahe senkrecht; die andere, untereinem ziemlich spitzen Winkel in eine deutliche, ziemlich scharfe Kante mit ihr zusammen stoßende, etwas schief; diedritte, unter einem sehr stumpfen Winkel, mit ersterer eine sehr undeutliche, ganz abgerundete Kante bildende, noch mehrschief von der Grundfläche in die Höhe. Alle haben nur wenige, seichte, aber große und breit verlaufende Eindrücke vongewöhnlicher Art.
Die vierte Seitenfläche ist, zumahl in ihrem Mittel, wo sich der obere Rand in eine stumpfe Spitze verliert —von der eine ziemlich erhabene scharfe Kante bis zum Rande der Basis läuft, und diese Fläche der Länge nach in zweyHälften theilt, auch gewisser Maßen eine fünfte unvollkommene Ecke an der Grundfläche bildet — beträchtlich höher alsjene, und erhebt sich zwischen den beyden schiefern Seitenflächen, mit welchen sie in etwas undeutliche Kanten zusammenstößt, beynahe senkrecht von der Grundfläche. Sie ist sehr uneben; ihre Unebenheiten rühren aber nicht von gewöhnli-chen Eindrücken her, sondern stellen natürliche Unebenheiten einer Bruchfläche der Steinmasse selbst vor.
Die obere Endfläche endlich steigt von zwey Seitenflächen — der einen etwas schiefen und der senkrechten, nie-dern — mit welchen sie unter einem sehr stumpfen Winkel in etwas undeutliche Kanten zusammen stoßt, eine Streckelang schief aufwärts, als wenn sie eine gewölbte Fläche bilden wollte, wird aber bald durch eine neue Fläche unterbro-chen, die wie von einer zufälligen, spätern und gewaltsamen Abschlagung der Endspitze entstanden zu seyn scheint. DieseFläche hat einen rundlichen Umriß, der aber doch einiger Maßen den Seitenflächen und Kanten entspricht, erhebt sichschief gegen den Rand und die Spitze der einen senkrechten höhern, und stößt mit der vierten schiefen Seitenfläche miteinem ziemlich scharfen kantenartigen Rand zusammen. Sie sieht eben so rauh und uneben aus, wie die eine hoheSeitenfläche, und folglich wie eine gewöhnliche Bruchfläche der Steinmasse, indeß ihre Basis gegen die zwey erstemSeitenflächen hin, hinsichtlich ihrer Beschaffenheit und Eindrücke, ganz diesen gleicht. So verschieden solcher Gestalt dieOberfläche dieses Steines nach den verschiedenen Flächen desselben erscheint; so verschieden und offenbar in Uebereinrstimmung mit jenen Verschiedenheiten zeigt sich auf eine höchst merkwürdige Weise die Beschaffenheit der Rinde an dem-selben.
(») Dieser Stein war es auch, an dein ich jene, für die in jeder Beziehung so schwierige Erklärung der Bildung der Rinde anden Meteor-Steinen, gewiß sehr wichtige Beobachtung, nähmlich über das Vorkommen derselben in verschiedenen Gradenvon Unvollkommenheit, oft selbst an ein und demselben Steine, zuerst machte, und zu machen nicht wohl verfehlen konnte,da sie an diesem Steine so ausgesprochen und in die Augen springend ist, und welche so wie die eben so vorkommenden Haupt-verschiedenheiten und Modifikationen derselben, wie mir beucht wohl unbestreitbar, eine stufenweise und allmähliche — ich willgerade nicht behaupten, langsame, aber doch wiederhohlte, fortgesetzte, und während der ganzen Periode des Falles der ein-zelnen Steine fortdauernde — Bildung der Rinde voraussetzen. Es war mir dann ein Leichtes, dieses, gar nicht ungewöhnlicheVorkommen der Rinde, in an sich schwerer erkennbaren Graden, nicht nur au den meisten Meteor-Steinen von Stannern, son-dern auch an jenen von andern Ereignissen, deren Rinde, ihrer Natur nach, weit weniger geeignet ist, diesen Zustand erkennenzu lassen — daher er auch bis dahin (»808), und wie es scheint, noch bis jetzt von niemand beobachtet wurde — aufzufindenund nachzuweisen.