Band 
Erster Theil.
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durchwinden, um in den verwickelten Phänomenen, welcheuns der gestirnte Himmel darbiethet, die bloße Erscheinungvon der Wahrheit zu trennen, von ihnen zu den Gesetzendieser Erscheinungen, von diesen Gesetzen bis zu dem Allesumfassenden Princip der allgemeinen Schwere sich erheben,und von diesem endlich wieder herabsteigen zu können bis zuder vollständigen Erklärung aller einzelnen Phänomene derNatur. Dieß ist der Weg, den der menschliche Geist in die-ser Wissenschaft zurückgelegt hat, und den ich in dem gegen-wärtigen Werke zu zeichnen versuchen will.

Jahrtausende also mochten hingezogen seyn im Laufeder Zeiten, ohne daß es auch nur einem von denen, die sichsetzt selbst so bescheiden den Stolz der Schöpfung nennen, ein-'gefallen wäre, über diese sie rings umgebende Schöpfungund ihre Wunder auch nur im geringsten nachzudenken, bises endlich einem seltenen Genie auffiel, daß z. B. die Berge,wenn er von ihnen wegging, nicht so aus seinen Augen ver-schwanden, wie etwa ein Vogel, der nach jener Gegend zuflog und der immer kleiner wird, je weiter er sich entfernt;sondern daß immer zuerst der Fuß des Berges verschwand,während der Gipfel desselben noch deutlich zu sehen war;eine Bemerkung, die den Keim der größten Entdeckungenin sich enthielt, und die mit der oben angenommenen Vor-aussetzung einer ebenen, flachen Erde im offenbaren Wider-sprüche stand. Auf der See oder am Ufer derselben war dießnoch auffallender, da man hier von einem sich näherndenSchiffe immer zuerst die Spitzen der Mäste, und erst späterallmählich die untern Theile des Schiffes erblickte. Reisende,die von Osten nach Westen kamen, erzählten, daß sie infernen Gegenden dieselben Erfahrungen gemacht, daß siedas Ende dieser vermeinten Ebene nirgends gesehen, auchnicht gehört hätten, daß es andere gesehen haben. Dieseund andere ähnliche Bemerkungen mußten auf den Gedan-