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Ueber Eis und Schnee : die höchsten Gipfel der Schweiz und die Geschichte ihrer Besteigung / G. Studer
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auf die Spitze geschwungen und einen fröhlichen Jauchzerhatte erschallen lassen, kehrte er nach jenem Haltpunktezurück und mit Benutzung des Seiles und unter demGeleite ihrer beiden trefflichen Führer, kamen auch diebeiden Reisenden an das ersehnte Ziel. Der spitze Fels-gipfel bot immerhin noch so viel Raum dar, dass allevier Männer sich auf die sonnigen Felsplatten hinlagernkonnten, die denselben bedeckten, während der Blickringsum in offene Abgründe fiel. Es war 9 Uhr 30 Min.als die Erklimmung vollbracht war. Man hatte demnachgenau 5 Stunden dazu gebraucht. Die Temperatur warangenehm (circa -f- 8° C.), die Luft still, die Aussichtklar. In Beziehung auf die letztere nimmt der herrlicheBlick auf die Gruppe der Bernerhoehalpen die Haupt-aufmerksamkeit in Anspruch. Die inneren Räume diesermächtigen Gletscherwelt sind dem Auge erschlossen. Aufschmaler Schneide mehrere tausend Fuss hoch über denEisthälern des Aletsch- und Vieschergletschers thronend,auf die man zu beiden Seiten hinunterblickt, hat manrings um sich in strahlendem Kranze jene aus glänzen-dem Firn und kahlem Granit aufgebauten Säulen, diedie weiten vom dunkelblauen Himmel überwölbten Glet-scherhallen zieren, und sie gegen die menschenbewohnteWelt abschliessen und zwischen den Säulen und demmalerischen Schnitzwerke von gezacktem Fels und blin-kenden Eiszinnen, das sie mit einander verbindet, ruhtder Blick auf dem breiten Teppich von Eis und ewigemFirn, der bis in seine höchsten Verzweigungen vor ihmentfaltet ist. In den Tempelsäulen erkennt er alle dieGipfelgebilde, die im Aletschhorn, im Aitels, im Wild­ horn , in der Blümlisalp, in der Jungfrau, im Mönch nndFiger, in den Viescher- und Grünhörnern, im Schreck-