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Licht und Feuer oder die Feuerzeugfabrikation vom Standpunkte ihrer gegenwärtigen Entwicklung theoretisch und praktisch beschrieben : nebst Anleitung zur Prüfung und Darstellung der hierbei angewandten Materialien, sowie auch zur Bereitung der verschiedenen Zündpräparate &c / von Heinrich Wagner : sowie einer Reihe der bewährtesten Vorschriften für Phosphor-, Antiphosphor und phosphorfreie Zündhölzchen, mit besonderer Berücksichtigung der in den Phosphorzündholzfabriken vorkommenden Krankheiten und wie denselben zu begegnen ist : nebst einem Anhang über das metrische Mass- und Gewichts-System
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9 Theilen Bleihyperoxyd,

3,5 rothem Schweselantimon (sogenann-

tem Goldschwcfel),

6 gemahlenem Bimsstein oder zerstoße-

nem Glas,

4 arabischem Gummi,

18 Wasser.

Das Gummi weicht man 10 Stunden lang in demkalten Wasser ein, damit es sich auflöst: von dieser Lö-sung nimmt man die Hälfte und vermischt sie innig mitdem chlorsauren und chromsauien Kali; die andere Hälfteder Gummilösung inkorporirt man innig mit dem Blei-superoxyd, dem Schweselantimon und dem gemahlenenBimsstein.

Hierauf vermischt man das Ganze aufs innigste zueiner homogenen Masse. Alles dies geschieht bei ge-wöhnlicher mittlerer Temperatur. Die vorher mit Schwe-fel oder mit Stearinsäure überzogenen Hölzchen weidennun in die genannte Komposition, welche auf einer stei-nernen Platte oder in irgend einem paffenden Gefäßeausgebreitet ist, getunkt.

Bei dieser Komposition ist nicht speciell angegeben,ob die damit überzogenen Hölzchen nur geeignet sind,sich auf einer mit amorphem Phosphor bedeckten Fläche,oder auf jeder anderen beliebig rauhen Fläche bei Friktionzu entzünden. Aus der Zusammensetzung der Mapeläßt sich indeß schon im Voraus schließen, daß damitüberzogene Hölzchen letzterem Zwecke nicht entsprechen.(Polyt. Notizblatt 1858. Nr. 11.)

Herr Reinisch in Erlangen prüfte die VorschriftHochstätters zur Fabrikation von Zündhölzchen ohnePhosphor. Obgleich er genau nach obiger Angabe ver-fuhr , so bemerkte er bei der Darstellung der Masse, daßjene Angabe nicht richtig sei. denn man erhält dabei einenzähen elastischen Teig, m welchen die Hölzchen nickt ge-taucht werden können, man muß viel mehr Wasser dazunehmen. Diese Maße explodirt zwar nach dem Trock-