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mometer, das im Ballon rascli durch verschieden temperierteLuftschichten geführt wird, bedarf daher strenge genommen inseinen Angaben immer noch einer Korrektion und die wertvollen,theoretischen und experimentellen Untersuchungen von DirektorHergesell-Strassburg „über das Verhalten von Thermometern, ins-besondere solchen, die schnell wechselnden Temperaturen ausge-setzt sind“ (Meteorologische Zeitschrift, XIV. Jahrgang) haben ge-zeigt, dass diese Korrektion in kurzer geschlossener Form bei
kleinen Dimensionen des Thermometerkörpers durch a ^ aus-gedrückt wird; ist der zeitliche Differentialquotient der Tem-
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peratur (U) des Mediums, die das Thermometer entweder direktdurch Ablesung oder dann durch Registrierung liefert, während aeinen passend als „Trägheitskoefficient“ des Thermometers bezeichne-ten Proportionalitätsfaktor repräsentiert; es ist demnach die wahreTemperatur <p des Mediums gegeben durch
■ ri_u dU^ ==ü + ß Tt
Dieser jedem Thermometer eigentümliche TrägheitskoefficientM c
a ist gleich dem Bruch , „, gebildet aus dem Wasserwert (Masse Xh b
spezifische Wärme) des Thermometerkörpers und dessen äussererWärmeleitfähigkeit h, berechnet für die ganze Oberfläche S. —
Das Korrektionsglied a wird um so grösser ausfallen, je steiler
die Temperaturkurve verläuft, folglich ein Thermometer seine Auf-gabe um so besser erfüllen, je kleiner sein Trägheitskoefficient aist. Da die zweite wichtige Grösse, welche in dem Ausdrucke desTrägheitskoefficienten erscheint — die bekannte äussere Wärme-leitfähigkeit h — in erster Linie eine Funktion der Aspiration undder Luftdichte ist, so gilt dasselbe von jenem Trägheitskoefficienten aund es ist für die Ballonmeteorologie selbstverständlich eine ausser-ordentlich bedeutungsvolle, wenn auch experimentell recht schwierigzu entscheidende Frage, wie dieser Trägheitskoefficient bei ventilierten