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Polyembryonie und Keimung von Caelebogyne : ein Nachtrag zu der Abhandlung über Parthenogenesis bei Pflanzen / von A. Braun
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vorhanden sind, dagegen bestreite ich, dafs die Art, wie die grofsentheilserst in neueret Zeit entdeckten geschlechtlichen Fortpflanzungsapparate derCryptogamen mit den BlÜthen der Phanerogamen von mehreren Seiten, na-mentlich auch von Seiten Radlkofers in Parallele gestellt worden sind, eineirgendwie berechtigte ist. Ehe ich jedoch zur näheren Erörterung diesesGegenstandes übergehe, mufs ich eine allgemeine Bemerkung vorausschicken.

Weder bei der früheren Ausführung des Vergleichs der Fortpflan-zungsverhältnisse der Phanerogamen und Cryptogamen, noch bei den hiergegebenen weiteren Erörterungen über den Anfang des individuellen Ent-wicklungskreises von Thier und Pllanze habe ich daran gedacht eine mor-phologische und eine physiologische Betrachtungsweise zu sondern,denn beide Gesichtspunkte lassen sich bei Behandlung dieses Gegenstandesnicht blofs nicht trennen, sondern sie sind auch beide nur von untergeordneterBedeutung. Denn die von Radlkofer und mir versuchten vergleichendenZusammenstellungen haben sich weder die morphologische Ermittelung derBildungsgesetze der Fortpflanzungsorgane, noch die physiologische Ergrün-dung der Natur des Fortpflanzungsprocesses zum Ziel gesetzt, sondern, wie esRadlkofer (Befruchtungsprocefs S. 7) treffend ausdrückt, dierichtigereWürdigung der einzelnen Entwicklungsphasen der Gewächsejeder Pflanzengruppe (*), w ie sie durch die allseitige Vergleichungdes Zusammenhangs und Ineinandergreifens von Entwicklung und Fortpflan-zung im Lebenscydus derselben gewonnen wird. Diels ist eine Aufgabe,die nur von einem umfassenden biologischen Gesichtspunkt aus behandeltwerden kann, von einem Gesichtspunkt aus, dem ebensowohl die Mor-phologie, die den Ausdruck des Lebens in der Gesetzmäfsigkeit der Formzu erlassen sucht, als die Physiologie, welche die Gesetze der Vermitte-lung des Lebens mit der äufseren Natur erforscht, untergeordnet sind.Eine doppelte oder mehrfache natürliche Auffassung der Gliederung desPflanzenlebens und der Phasen seiner Entwicklung kann es der Naturder Sache nach ebensowenig geben, als es mehrere natürliche Pflanzen-systeme geben kann. Ich glaube nicht zu irren, wenn ich annehme, dafs

(') Wie Radlkofer in derselben Stelle ausspricht, stützt er sich dabei hauptsächlichauf die Analogien, welche zwischen der pflanzlichen und thierischcn Befruchtung bestehenaber gerade dadurch ist er zu einem für das Pflanzenreich im Allgemeinen unnatürlichenAusgangspunkt geführt worden.