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Angſt ein, erſchuͤtterte ihre Standhaftigkeit, und wurdeein wahrer Bundesgenoſſe fuͤr die Appenzeller. Waͤh-rend dem ſtaͤrkſten Handgemenge erſchien auf einmal einfriſcher Haufen Freiheitsſoͤhne, die vom Berge herabruͤck-ten. Dieß vollendete den Schrecken, der ſich ſchon desOeſterreichers bemeiſtert hatte, und bewog ihn zur allgemeinen Flucht. Das Gefecht war zwar geendigt, dennWiderſtand fand nicht mehr ſtatt; allein nun erſt begannGemetzel. Sechs ganze Stunden maͤhte der Appenzel—ler-Arm, mit der Todesſichel bewafnet, die nach demengen Ausgange Fliehenden darnieder. Vor der Grenzmauer allein lagen tauſend Feinde hingeſtreckt, unter denenſich viele Ritter befanden. Mehrere Fahnen und eine Memge Harniſche, welche die Beute der tapfern Appenzellerwurden, zeugen noch jetzt von dieſem fur ihre Freiheit ſomerkwuͤrdigen Tage. Nicht mehr als 18 Landleute und eGlarner erlagen in dieſem Kamof, wie die Geſchichteſagt. Von allen, welche ihr Leben fuͤr die Freiheit desVaterlandes opferten, hat ſie nur allein den Namen einesEinzigen aufbewahrt. Zwölf Oeſterreicher griffen indieſer Schlacht Ulrich Rotach an. Dieſer mannhaßteAppenzeller, an eine Viehhuͤtte gelehnt, vertheidigteſich mit ſeiner Hellepaͤrde, und ſtieß fuͤnf davon zu Bodenzdie andern ſieben ſetzten die Huͤtte in Flammen, griffen ihnvon neuem an, und foderten ihn auf, ſich zu ergeben; derHeld ſtand wie eine Eiche angewurzelt, und focht, bisHitze und Rauch ihn erſtickten. Auch die Weiber brachtenan dieſem Tage dem Vaterland ihren Tribut, und bewie-ſen, daß ſie werth waren, die Frauen und Mutter vonfreien Maͤnnern zu ſeyn. Der neue Haufe Appenzeller,welcher waͤhrend der Schlacht vom Berge herabruͤckte, unddem Feinde ſo großes Schrecken einjagte, beſtand nur aus
Erſter Theil. R Wei-