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2 (1773) Von den Vögeln / Carl von Linné
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Seite
20
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Ein!«,

tung.

Zähen.

Waffen

20 Einleitung

so ist doch die Benennung »neigen , und giebt An«laß, daß man selbige mit dem Steuerruder verwech-selt; und darum wollen wir die grossen Federn inden Flügeln alle Schwungfedern und keine Ruder-federn nennen/ sie aber in grosse und kleine einthei-len. Von den grossen machen die vier ersten gleich-sam die Finger auS/ und die sechs folgende besetzendie Handwurzel; von den kleinern aber steigen zwan-zig bis acht und zwanzig den Flügel weiter hinauf.

Die Zahl der Schwanzfedern ist ebenfals nichtdie nämliche bey allen Vögeln. Einige haben zehen/andere zwölf/ und wiederum andere noch mehr.Bey einigen sind diese Federn alle gleich lang; beyandern sind nur die mittelsten Federn lang/ und dieSeitenfedern werden nach gerade kürzer/ und als-dcnn heist der Schwanz keilförmig; oder die Sei-tenfedern sind die längsten / und die mittlern kürzer/und alsdenn erscheinet der Schwanz gespalten oderscheerenförmig.

Die meisten Vogel haben vier Zähen/ nämlichdrey vornen / und eine hinten. Solche Vogel aber/welche steigen müssen/ haben zwey Zähen vornen,undzwey hinten. Andern Vögeln / welche mchrcnthcilslauffen / mangelt hinten der vierte Finger. Beyden Landvögeln sind die Zähen frey; bey den Sumpf«vögeln mit Lappen besetzt; bey den Schwimmvögelnaber mit einer Schwimmhaut aneinander verbunden,und so ist jeder Vogel nach seiner besondern Lebens-art auch besonders gebildet/ daß man aus demSchwanz und dcnFlügclfcdcrn mit Zuratheziebung desSchnabels und der Zähen gar leicht die Ordnung/das Geschlecht und die Art bestimmen kann.

Da die Vögcl mehrenthcils der Gefahr entflie-gen können / so sind sie nicht sehr bewafnct. Einigehaben Hörner auf der Nase oder der Hirnschale;andere haben Sporne an den Füssen; wieder andere

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