Coffea arabica (Kaffee). — Mit der Untersuchung der Kaf-feebohnen haben sich Viele beschäftigt; die Untersuchungen von Herr -mann, Cbenevir, Payssä, Cadet und Schrader finden sichzusammengestellt in Gehlen I. VI. 522; andre Bearbeiter sind Se-guin (^»n. de Ch. XCii. 5; auch in Trvinmsd. N. I- I- 2. St. 98>;Pfaff (in s. System der nmt. ined. Hl. 3), Brugnatelli, R 0 -biquet, Pelletier und Runge (phytochem. Lief. I. lii).
Man unterscheidet im Handel vorzüglich drei Sorten des Kaffee:a) den arabischen oder levantischen, dessen Bohnen am kleinstenund vergleichungsweise am dunkelsten von Farbe sind; b>) den javani-schen oder ostindischen, dessen Bohnen die größten und am blässe-sten gelblich sind; c) den surin «mischen, der noch größer als dervorhergehende, aber weniger gut als der folgende ist; d) den Mar tinique Kaffee, dessen Bohnen von mittlerer Größe und von Farbegrünlich sind; e) den Bourbonischen, die schlechteste Sorte, dessenBohnen am meisten ins Weiße fallen. Frisch sind alle Kaffeebohnengrün. Je mehr sie getrocknet und je älter sie sind, um so mehr scheintdie grüne Farbe zu verschwinden. Ein Kennzeichen vorzüglich guterBohnen ist, daß sie nach dem Rösten stark und angenehm riechen unddas Decoct der rohen Bohnen allmälig eine schöne grüne Farbe an-nimmt. Die Kaffeebohnen schwellen beim Rösten auf, verlieren abereinen Theil ihres Gewichts um so mehr, je länger man das Röstenfortsetzt. In Cadet's Versuchen verloren 2 Unzen Martinique -Kaf-feebohnen beim,Rösten bis zur bräunlichgelben Farbe der Mandelschaa-len 2 Drachmen; bis zur rothhraunen Kastanieufarbe 3 Drachmen;endlich bis zur schwarzen Farbe, ohne jedoch verkohlt zu seyn, 3 Drach-men 48 Gran. Es dringt Hiebei, so wie die Bohnen anfangen braunzu Werdens, das in ihnen enthaltene Oel auf die Oberfläche, es eut.wickelt sich ein sehr angenehmer aromatischer Dunst; der Aufguß zeigtnun gleichfalls einen angenehmen aromatischen Geschmack ohne Bitter-keit; wird jedoch das Rösten zum dritten Punct fortgesetzt, so hat deraromatische Geruch und Geschmack mehr einem empyreumatischen Platzgemacht und eine stärkere Bitterkeit sich entwickelt (Capet).
Hast alle frühern Untersuchungen des Kaffee's führten zur Annah-me eines eigenthümlichen bittern Kaffeestoffs in demselben, welchersein wirksamstes Princip seyn sollte, und Rep. I. 658 beschrieben .ist,jedoch nach den neuern Untersuchungen, wie dort angegeben, aus meh-rern nähern Bestandtheilen besteht.
Wahrscheinlich gründen sich die eigenthümlichen Wirkungen dcSKaffee's auf die Gegenwart eines eigenthümlichen,, von Giese undRunge darin entdeckten krystallisirbaren, Stoffes, des Kaff eins, vondessen Bereitung und Eigenschaften Rep. I. 551 ausführlich die Rede