Band 
Erster Theil.
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GESCHICHTLICHE ÜBERSICHT.

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Stelle der gewöhnlichen Wiederholungsmessung treten zu lassen, aber trotz aller Sorg-falt im einstellen so viel unsicheres in den einzelnen Resultaten gefunden, dafs ichmich gezwungen sah, diese Beobachtungsmethode aufzugeben und gegen meine Ueber-zeuguug zur Repetition zurückzukehren. Erst im Jahre 1823 gelang es mir, die Ursacheder Unsicherheit der einzelnen Beobachtungen in der verschiedenen Biegung der Speichenbei entgegengesetzter Richtung der Einstellungen zu entdecken, und von nun an un-schädlich zu machen, und so nach Wunsch zur einfachen Beobachtungsmethode zurück-zukehren. Diese hatte so wesentliche Vorzüge, dafs ich mich späterhin entschlofs, alleMessungen horizontaler Winkel vom Jahre 1822 zu verwerfen, und dieselben Standpune-te zum zweiten Male zu besuchen, um so alle Winkel nach derselben Methode bearbei-tet zu haben. Daher fängt denn auch das Tagebuch der Beobachtungen der Gradmes-sung erst mit dem Jahre 1823 an. Indefs habe ich die im Jahre 1822 beobachteten Ze-nithdistanzen in einem Nachtrage dem Tagebuche angchängt. Wenn ich später auch dieZenitlidistanzen der terrestrischen Objecte ganz nach ähnlichen Grundsätzen wie die Ho-rizontalwinkel beobachtete, so konnte die Repetition bei diesen doch keine mit der Un-sicherheit der Refraction zu vergleichenden Fehler erzeugen, und die beobachteten Ze-nithdistanzen vom Jahre 1822 sind als völlig brauchbar anzusehen.

Im Jahre 1823 begannen die Arbeiten erst am 7. Junius auf dem Standpuncte Kerset.Auch in diesem Jahre gab cs noch Störungen für die Gradmessung, vorzüglich in derAusrüstung des bisherigen Geholfen der Sternwarte, Herrn Preufs, der bestimmt war,die Expedition des Capitainvon Kotzebue als Astronom zu begleiten. Dies verzögerteden Beginn der Arbeit, und rief mich mehrere Male von derselben auf einige Zeit nachDorpat . Fortgesetzt wurden die Arbeiten bis zum Ende Augusts, so dafs nur acht Wo-chen eigentlich der Gradmessung gewidmet waren. In dieser Zeit vollendete ich die terrestri-schen Operationen in Kersel, Oberpahlen, Sali, Marien-Magdalenen, Ebba-fer, Warre smäggi, Lewala, T ammikund Raek üll, also an 9Standpunctcn , vonwelchenK er s el allein 14Tage kostete, während die andern 8 Standpuncte innerhalb6 Wo-chen vollendet wurden. In Kersel nämlich war anfangs der Küttis - Rauch hinderlich; dannverlor ich zugleich noch viele Zeit bei dem Gebrauche der Repetitionsmethode, so dafsmir die ersten 11 Tage auf diesem Standpuncte so weit verloren gingen, dafs ich in den-selben nur einige Zenithdistanzen als brauchbare Resultate erhielt. Zwar hatte ichmehrere Repetitionsreihen für einzelne Winkel erhalten, aber die Natur dieser Operationward mir hier von neuem so verdächtig und langwierig, dafs ich fest entschlossen war,sie zu verlassen, und es mir auch endlich gelang, die richtige dem Bau de» Instruments