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Beyträge zur Geschichte und Kenntniss meteorischer Stein- und Metall-Massen / Carl von Schreibers
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cine Flache des Steines abgeschliffen werden nmß), theils durch seine Menge (wie für die Steine von Benares ,Lissa, Parma rc.), oder durch seine Seltenheit (wie für jene vonEichstädt, Timochin, Tabor, Char-sonville rc.), theils durch die Größe oder ausgezeichnete Farbe seiner Massen (wie für die Steine von Parma,Stannern, Maurkirchen, Benares rc.).

Außer jenen vier, strengen Sinnes zur Wesenheit der Meteor-Steine, als gemengten Massen, gehörigen,dem freyen Auge mehr oder weniger leicht unterscheidbaren Gcmengtheilen, findet sich, wenigstens bey vielen, wo nichtallen, noch ein fünfter, der aber, auf rohen sowohl als auf geschliffenen Flächen der Steine, meistens nur mit Hülfe ei-nes Vergrößerungsglases, und selbst dann nur schwer und sparsam, am leichtesten noch und am häufigsten in der gröb-lich gepulverten Steinmasse unter dem Mikroscope aufgefunden werden kann, und der in Gestalt äußerst zarter, uw-förmlicher, sehr ungleichförmig vertheilter und einzeln eingestreuter, nur höchst selten in äußerst kleinen Partien zusam-men gehäufter, von der Masse fest eingeschlossener Puncte oder Körner von matter, schwärzlich-brauner oder schwarzerFarbe erscheint. ES zeigen sich diese Körner leicht zcrreiblich, und geben ein gleichförmiges Pulver; sie werden mehroder minder lebhaft von der Magnetnadel angezogen, und sind wohl ohne Zweifel für ein Oxyd oder Oxydul von Ei-sen (l), von Mangan etwa zum Theil, und vielleicht auch von Chrom anzusehen.

letztere gerade durch ihr scheinbar geschmolzenes Ansehen manche Physiker verleiteten, sie geschmolzen flüssig bis zur Erde ge-langen zu machen), einen Grad voraussetzen würde, mit dem sich das Bestehen eines Schwefeleisens schlechterdings nichtvereinbaren ließe.

(i) Bekanntlich hat Klap r o th, dem wir in Deutschland die frühesten Analysen, und im Ganzen wo ich nicht irre dievon sieben verschiedenen Meteor-Steinen verdanken, die Vermuthung geäußert: es käme das Eisen in allen Meteor-Steinen,ohne Ausnahme, selbst in jenen, wo sich durchaus keine Spur davon, weder physisch noch oryktognostisch, als rein und ge-diegen zu erkennen gibt (wie z. B. in jenen von Stannern wovon er doch selbst ein Stück analysiere), stets nur imregulinischen Zustande vor, und daß selbst jenes wie auch der Nickel und das Mangatl das sich in einem größer» odergeringern Antheil, auch chemisch ausgesprochen, im offenbar oxydirten Zustande fände, nicht ursprünglich so in denselben ent-halten gewesen, sondern erst so wie die Rostflecke später als Folge der Oxydation des zuvor frey und gediegen vorhan-den gewesenen, in der atmosphärischen Luft entstanden sey; das, dagegen alles physisch und oryktognostisch unerkennbare undchemisch mit den erdigen Gemengtheilen verbundene Eisen regulinisch in diesen (im oxygenfreyen Zustande mit den einfachenErden verbunden), in einer gegenseitig sich durchdringenden Mischung (wodurch auch dessen Wirksamkeit auf den Magnet auf-gehoben werden kann) demnach bloß verlarvt sich befinden möchte. Es ist nicht in Abrede zu stellen, daß die Motive,welche diese Muthmaßung veranlaßten (die höchst wahrscheinliche Herstammung dieser Massen aus Regionen, wo, eben so wahr-scheinlich , kein Oxygen vorhanden sey ; das häufige Vorkommen des so rein ausgesprochenen, ganz unveränderten, unddoch so leicht zerstörbaren Schwefeleisens in denselben; die Ermangelung irgend einer Anzeige von Oxygen- Gehalt bey denwiederhohlten Analysen; und endlich die Resultate des Calcüls bey Bestimmung des quantitativen Verhältnisses der ver-schiedenen Bestandtheile der von ihm zerlegten Steine), dieselbe gerade nicht abnöthigten, im Gegentheil manche Einsprü-che gestatten (wovon gleich einen z. B. der Zustand der übrigen Gemengtheile, jener der erdigen Bestandtheile, als Oxyde metalli-scher Base», macheil dütft»), und daß damit die bestimmt ausgesprochenen Befunde anderer Analytiker im offenbaren Wi-dersprüche stehen, welche den Gehalt der Merevr-Steiue an oxydirtem Eisen und andern Metallen (Mangan, Chrom, Nickel),und zwar nicht bloß im Zustande von mechanischer Einmengung (in welchem Falle derselbe etwa nach Klaproth als Produktspäterer Erzeugung angesehen werden könnte), sondern ganz verlarvt und chemisch mit den erdigen Bestandtheilen verbunden,unwiderleglich darthun. (So erklärte Howard allen Gehalt an Eisen dep von ihm analysieren Steine in so ferne sichdasselbe nicht als gediegen oder geschwefelt aussprach, so Vauguelin der, meines Besinnens, sogar an irgend ei-nem Orte, alles, selbst das vollkommen regulinisch vorkommende Meteor-Eisen (wahrscheinlich der beobachteten partiellenSprödigkeit und in eben dem Grade schweren Schmiedbarkeit wegen) stets als etwas oxydirt erklärt eben so, und nahment-lich den ganzen, allem Ansehen nach durchaus verkarsten, doch 3» Percent betragenden Eisengehalt des Steines von Chaffig-ny; so Moser und derselbe jenen von 27 bis 2 y Percent wovon nur wenig auf den vorhandenen Kies fällt, und eben sowenig sich als freyes Oxyd ausspricht der Steine von Stannern, für vollkommen oxydirtes Eisen; so gibt endlich Stro-meyer den Gehalt an wahrhaft aber nur oxydulirten Eisen der Steine von Erxleben und Köstritz auf 2 Percent an.)Inzwischen verdient doch, meines Erachtens, Klaprothö Vermuthung noch alle Beachtung s und besondere Aufmerksamkeit,und dieß um so mehr, als dieselbe durch die oben in einer Note bey dem Gediegeneiscn bereits erwähnten Umstände(der innigen, wenngleich nur mechanisch scheinenden Verbindung der Eisen- und Erdetheilchen, selbst in den mikroscopischenMaffentheilchen, der selbst auf chemischem Wege erst möglichen, vollkommenen Scheidung beyder, dem bey verschiede-nen Meteor-Eisen so merklich abweichenden, und bey jenem aus Meteor-Steinen so auffallend geringen specifischen Gewichte,und den anscheinend verschiedenen Graden von Retractibilität desselben) neue Bekräftigung zu erhalten scheint, und in der,dem chemisch ausgewiesenen oder sinnlich wahrnehmbaren Gehalte an Eisen, oft nicht entsprechenden Angabe des specifischenGewichts mancher Steine, und selbst, wie mir däucht, in obigen und manch andern, ziemlich sich widersprechenden Resulta-ten, insbesondere aber in jenen der, gewiß höchst verläßlichen Analysen Stromeyer ü (nach welchen ein nur sehr geringer Theil