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Beiträge zur Geschichte der Wissenschaften in der Mark Brandenburg von den ältesten Zeiten an bis zu Ende des sechszehnten Jahrhunderts ... / herausgegeben von J. C. W. Moehsen
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59
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von i;zc> bis 1570.

1559 die Erlaubnis gab, eine Weibsperson zu anatomiren^), der zurStrafe alleAdern geöfnet worden, damit sie sich tot bluten möchte. Des Kaisers Sohn,Erzherzog Ferdinand, wirdkgte ihn seiner Gnade: denn er liebte Künste undWissenschaften, besonders solche, die zum Bergbau nüzlkch sind. Man sahe ihndamals schon als den künftigen Erben der Grafschaft Tyrol an; welche er auch1^64 erhielt. Auf Befehl des Erzherzogs musteThurneksser 1560 nach Schottlandund den orkadlfchen Inseln, und i;6i nach Spanien und Portugal reisen. Au-lezterm Königreiche ging er nach Afrika, und dann nach Asien. Er hat, wie erschreibt, sonderlich die Küsten der Barbarei und die Seltenheiten Aethkopkensuntersucht, und sich in Egypten, Arabien, Syrien und in dem gelobten Landeeinige Zeit aufgehalten, und bei der Gelegenheit den Orden der heiligen Katharinaauf dem Berge Sinai §) erhalten. Die Rükreise ging über Kandka und Griechen»land nach Italien, und von da wieder nach Ungarn. Auf dieser Reise hat er sichsonderlich bemüht, die Arznekwkssenschaft zu erlernen, und viele Schriften gesammelt,besonders aber seine Rezeptbücher, aus welchen er kurkrte, vermehrt. Es findensich Spuren, daß er bereits auf der ersten Reise Arzeneien zubereitet und sich mitkurkren abgegeben hatte. Er berümet sich, wie er 1; 5 8 zu Kostnkz krank gelegen,und die Aerzte ihn gänzlich aufgegeben: so hätte er sich selbst mit seinen eigene»Arzeneien in kurzer Zeit geholfen; welches ganz Kostniz in Verwunderunggesezt. Als er i;6; im August wieder nach Tyrol kam: so fand er seine Wirtschaftsehr verfallen. Er hatte wegen der vielen Reisen, die er seit l;6o so wol in seine»eigenen Geschäften, als nachher im Dienst des Erzherzogs unternommen, denvorher erwähnten ältern Bruder, Alexander Thurneisser, einen verdorbenen Advo-katen oder Fürsprecher bei den Untergerkchten zu Basel, in seiner Wirtschaft zum

H 2 Gehilfe»

Oonürm. Ooncert. p. Z). §.XH. dlr.IX.

Zu Thurneissers Zeiten war dieser Orden gänzlich im Versal und ohne Großmeister.Der Abt auf dem Berge Sinai im Katharinenkloster vom Orden des h. Basilius, pflegteihn damals den Pilgrimmen, so ihn verlangten, gemeiniglich gegen dieGebüren zuerteilen, s. Oommemsüo I. äs meäicü egusllri äignirare ornatir. §. Vll.

Ausschreiben ll. S.Vl.