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Beiträge zur Geschichte der Wissenschaften in der Mark Brandenburg von den ältesten Zeiten an bis zu Ende des sechszehnten Jahrhunderts ... / herausgegeben von J. C. W. Moehsen
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106
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iv6 Beitrag zur Künstlergeschichte.

das Holz dazu von Berlin schlkken. Von diesem sind der Maasstab, und einigeandere Figuren, in derKonfirmazksKonzertatkonks §.XII. n.g. geschnitten worden.

Einer der vorzüglichsten Künstler im Holzschneider! war H)eter Hille z u Frankfurttn Eichorns Drukkerei; weil er aber sehr unruhig war: so ging er aus dessen Die«-sten. Er ließ sich im Sept. i571 von Thurneissern annehmen, blieb in Frankfurtwohnen, und schikte von Zeit zu Zeit geschnittene Stökke, ohne daß man weiß, zuwelchen Werken. Er forderte beständig Arbeit und Geld, beides mit Ungestüm;drohe« auch öfters, aus der Mark wegzuziehen. Von ihm ist die in Holz geschnit-tene Einfassung zu Thurneissers Bildnis in derArchidoxa. Die Buchstabenk.im Monogramme,, und das Messer findet man unten zur Rechten des Bildnisses:welches er ebenfals geschnitten. Man findet beides auch in der Konfirmazio Kon-zertationis von r 576. Dieselbe Einfassung, allein mit einem andern Bildnis vonThurneissern, ist auch hinter der Erklärung der Archidoxa. Beide Werke kamenin Thurnekssers Drukkerek heraus. Er hat noch eine andre Einfassung geschnit-ten, die zum Titel des lateinischen Kräuterbuchs genommen worden. SeinesNamens Buchstaben sind zur Rechten des Titels, unter der Mitte angebracht.Hille ging den Weg verschiedener Künstler, hatte anhaltenden Durst, starb an derWassersucht und wurde den 18. Sept. i574 begraben. Eichorn meldete letztereUmstände an Thurneissern, und daß Hille sex und achtzig Stökke, die er bereits fürihn fertig gehabt, versezt hätte. Er und Franz Friderkch, der Goldschmkd, hättensie für zwei Floren, oder vier und dreißig Schillinge, eingelöset, und erwarteten vonThurneissern die Wiedererstattung.

Zu Frankfurt an der Oder schnitte auch George Scharfenberg 0, aus Görlizgebürtig, viele Leisten und auch Stökke zu Planeten und Kalenderzeichen. Voneben diesem Meister findet sich ein Brief, worknnen er sich wegen Verzögerung derArbeit entschuldigt, weil ihm des Churfürsten Kapellmeister fein Konterfait zuschneiden gegeben hätte. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß Scharfenberg ein odermehrere Bildnisse des Thurneissers zu seinen verschiedenen Werken in Holz geschnit-ten habe; er gab nicht leicht ein Buch Heraus, dem er nicht sein Bildnis, oder doch

sei«

') Christ und Fuesli nennen seinen Namen, ohne zu wissen, wo er sich aufgehalten.