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Beiträge zur Geschichte der Wissenschaften in der Mark Brandenburg von den ältesten Zeiten an bis zu Ende des sechszehnten Jahrhunderts ... / herausgegeben von J. C. W. Moehsen
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Beitrag zur Kürrstlergeschichte. 107

sein Wapen, oder auch beides/ beidrukken ließ. Thurneksser beschäftigte außerdemsehr viele auswärtige Formschneider/ durch die Ausgabe seiner Werke. Wie er 1571km Frühjahr, wegen des Privilegiums zu dem Pisou, zu Prag war: so bestelte erdaselbst bei Absalom Poll, einem Maler und Formschneider, daß er einige Stökkezu seinem Herbarium schneiden möchte, die er nach einigen Wochen schikre; unterwelchen er den Ehrenpreis als besonders gut und genau geschnitten^) rühmt: denman aber km ersten Teil des fertig gewordenen Herbariums nicht findet. M. ErnstVöglekn, von Konstanz gebürtig, Buchdrukker und Formschneider zu Leipzig, hattedie sechszehn -Muren zur zweiten Ausgabe der Quintessenz in Holz geschnitten;welche bei ihm gedruktwurde, und in Hans Steknemans Verlag 1574 zu Leipzigherauskam. Wolfgang Stürmer eben daselbst, hatte einige Hundert Kräuterstökke,nach Thurnekssers vorher eingeschikten Rissen und Zeichnungen, zu seinem Herbariumgeschnitten: viele sind zum ersten Teil gekommen, der 1578 gedrukt worden;welches aus seinen Briefen O zu ersehen ist. Thurneisser trieb ihn beständig an,die fertigen Stökke zu überschikken, weil der Abdruk seines Werks dadurch aufge-halten würde: er hatte sex hundert zu schneiden übernommen; von welchen im Jahr1^74 über dreihundert fertig waren. Hans Hewamaul, Formschneider zu Halle,schikre km Jahr 1 574 nach und nach dreihundert Stöklekn, ohne zu melden, wozusie seyn selten. Es scheinet aber nicht, daß sie zu dem Kräuterbuche gehöret haben.Er hatte auch Hans. Fleischer», Formschneider» zu Magdeburg, aufgetragen, ver-schiedene Stökke für ihn zu verfertigen. Da dieser aber auf ein ganzes Jahr langmit zu vieler von andern bestekter Arbeit beschäftiget war: so schlug er ihm denJohann Bok, einen sehr geschikten Formschneider vor, den er zu Koburg bei dem

Q 2 Drukker

h Veronics koeminL in aovn HerbLrio 167z. 4m. n.8r8.

t) Stürmer meldet in einem Briefe von 1574: er hätte einMünzbuch geschnitten, wozu»^vierzehn Formschneider gehalten, gute und böse, er hätte selbst für jedes Stük einenhalben Taler zu schneiden gegeben. Es hätte ihm Mag. Ernst Vögelein zehn gerisseneStöklein überantwortet; er verlangte für das Stük zwölf Groschen: wenn sieThurneis-sern gefielen, so tönte er ihm mehr zu arbeiten geben. Vögelein kam in diesem Jahrins Gefängnis, weil er ein Kalvinisches Buch, Epegesis, gedrukt und verkauft hatte,s. Vogels Leipziger Annales. S, 22-.