Allgein. Betrachtungen über d.Weltgebaude. 669
melnde Zunge kennt keine Ausdrücke, die ersten Züge eurerGröße zu schildern. Die Lichtstralen werden viele Jahr-tausende gebrauchen, sich von diesen entlegenen Milchstrafisen bis zur Erde herab fortzuschwingen. Und vielleicht sinddies nur die unserer Milchstraße zunächst angrenzenden Stern-zonen. Es kann in größern Entfernungen im Weltraumnoch eine Menge derselben geben, deren Lichtschimmer wirmit unsern besten Ferngläsern nie sehen werden. Das Lichtwird erst nach Millionen Jahrtausenden von den cnt ern,testen Milchstraßen durch die dazwischen liegende unermeß-lichen Räume bey uns anlangen. Endlich können wir nochsetzen, (denn es ist der unbegrenzten Größe Gottes ange-messen) daß dies mit allem dem, dennoch nur den kleinstenTheil von dem Ganzen ausmachen kann, was der Allmäch-tige werden hieß. — Wo sind denn endlich die Grenzen desWeltbaues, und wo hat die Schöpfung selbst ein Ende?Hier zieht sich eine undurchdringliche Decke vor unsere Augen.Diese Grenzen kennt der kurzsichtige Mensch nicht. Solltensie ins Unendliche fortgehen und unaufhörlich Weltordnun-gen , Fixsiernensysteme und Milchstraßen hinter einander fvl,gen? Dies scheint der Endlichkeit aller erschaffenen Dingeentgegen zu seyn. Die Körperwelt hat ohne Zweifel ihreGrenzen. Eine Reihe Welten ohne Zahl und Ende läßt sichnicht gedenken. Aber der Raum muß, nach menschlichenBegriffen davon zu reden, grenzenlos seyn. Obgleich derVerstand des Erdbewohners bey dem Gedanken erliegt, daßauch der Raum ein Werk der Allmacht ist, und, nicht zweyUnendlichkeiten Gott und der Raum statt finden können, soist es Ruhm für ihn, hier seine Schwachheit zu erkennen,denn den Raum kann er sich schlechterdings nicht begrenzt