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weder die Tiber die vejentanische Feldmark gegen dieStreifereyen so zahlreicher Horden, noch die schwachenMauern latinischer Städte: damals kann ein Theil je-ner untergegangenen Orte vertilgt seyn, deren traurigesVerzeichniß Plinius giebt: und die geflüchteten Römermögen bis tief in Latium vom Verderben erreicht wor-den seyn. Die Uebriggebliebenen hatten alles verlohrenwas nicht nach Veji und auf das Capitol gerettet ward,und der größte Theil ihrer Habseligkeiten mußte in derStadt zurückgelassen seyn, da selbst von den Heiligthü-mern nur ein kleiner Theil fortgeschafft, das meiste ver-graben war. Um so mehr müssen wir, wenn auch Me-tall und Geld fortgebracht werden konnten, an den Schä-tzen zweifeln welche nach Diodor auf dem Capitol ge-haust waren. Am linken Ufer der Tiber konnte der Land-mann, wenn er nicht schon vor der Schlacht geflüchtetwar, nicht einmal sein Vieh forttreiben, da der Feindschon am Tage nach der Schlacht vor Rom erschien,folglich auch die ganze Gegend um die Stadt bedeckte.Die Zerstörung der Gebäude hat sich, nach damaligerKriegssitte, nothwendig auf jedes Dorf erstreckt welchesnicht zufällig unberührt blieb. Und dieses Elend trafnicht nur ein armes, auf seinen Boden und seinen Fleißbeschränktes, sondern ein verschuldetes und verarmtes,durch'Steuern lange hartgedrücktes Volk, welches sichnur eben durch die erzwungenen Landanweisungen zu erho-len angefangen hatte.
Daheb darf das Grauen womit das Volk auf die Wie-dererbauung der Stadt hinblickte, und sein heftiges Ver-langen