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Aber nichts anderes als eben diese thörichte Erzah-! lung deutet darauf daß sie früher jene Leitung hakten.
Unwahrscheinlich hingegen im hohen Grade ist es, weil' die Festlichkeiten dem Gottesdienst angehörten, und dieserganz dem patricischen Stande: daher es viel glaublicherist daß auch sie bis dahin dem Consulat anvertraut waren.
Es ist schon bemerkt daß die plebejischen Aedilen eineMunicipalmagistratur latinisches Ursprungs für ihrenStand waren. Als solche hatten sie wohl von Alters herden Vorsitz bey den plebejischen Spielen: sie übten die Po-lizey, auch gegen fremden Gottesdienst: sie brachte» An-klagen vor die Volksgemeinde wegen Uebertretung derPlebiscite: sehr wichtige Gesetze wurden eben jetzt unter! ihre Wachsamkeit gestellt. Ihren Befugnissen entspre-! chend ward allerdings die curulische Aedilitat gebildet.'die Polizey mag unter beyde getheilt seyn: die großenFestlichkeiten wurden von der neuen Magistrate verwal-tet: wie die plebejischen Aedilen die Aufsicht über denTempel der Ceres hatten, so sie über alle andere Tempelder Götter. Aber sie erhielten als Hauptgeschäft einenungleich wichtigeren Beruf, der ihnen achtzig Jahre langunvermindert, und zu einem Theil noch weit langer er-halten blieb: die Untersuchung von Verbrechen und dieAnklage der schuldig Befundenen vor dem Volk auf denTod oder Geldstrafe.
Wie das Gericht über alle eigentliche Verbrechenbis in das siebente Jahrhundert von der Nation oder.den Tribus ausgeübt ward, wie alle Geldstrafen derGemeinde verfallen waren, die spater der Ankläger ge-Zweiter Theil. D d